Hanif Kureishi leidet offensichtlich am Komplex vieler Schriftsteller, denen es nicht gelingen will an die Genialität ihrer bereits legendären Debütromane heranzureichen. Bei Gabriels Gift werden zwar einige Andeutungen an den Vorgänger Buddha of Suburbia gemacht, doch bleibt dieser Roman weit von dessen Größe entfernt.
Da wäre zunächst die etwas lahme Geschichte, die eine Aussage oder zumindest Denkanstöße vermissen lässt. Gabriel, die Hauptfigur des Romans,macht während der Handlung keine Entwicklung durch, sodass man keine Intention hinter der Geschichte erkennen kann.
Auch die aufregende und häufig anstößige Atmosphäre des Buddha fehlen leider. Insgesamt bleiben Personen und Handlungsort sehr blass.
Dennoch zieht Kureishis persönlicher Schreibstil den Leser unwillkürlich in seinen Bann. Ich konnte den Roman trotz allem nicht aus der Hand legen - allerdings auch wegen der Aussicht auf einen zweiten Buddha der Vorstädte.