Es gibt so Platten, die trifft man nicht dort wo alle anderen sind, man findet sie per Zufall, weil einem das Cover gefällt oder man auf der Fahrt im Zug in einem Magazin, das ein Mitreisender hat liegenlassen, eine Besprechung liest oder man wird von einem Freund darauf gestoßen: Hör da mal rein, müsste Dir gefallen!
So geht's mir mit Josh Gabriel und Dave Dresden: eine Entdeckung, eine Begegnung wie mit Freunden, die Dich kennen und die wissen wie Du fühlst.
Die Doppel-CD (eigentlich ist die enthaltene Remix-CD 'nur' eine Bonus-Beigabe) umfasst 21 umwerfende Songs, von housig über chillig bis zu rockig und wavig.
Kein Wunder, dass diese Platte mir so gefällt, beide Künstler haben in den 80ern angefangen Musik zu machen und beeinflusst wurden sie, so sagen sie selbst, von Bands wie Depeche Mode, The Cure oder Yazoo.
Das Besondere an dem G&D Album sind die Vocals, ob Molly Bancroft oder Scarlett Etienne, beide Sängerinnen treffen den Nerv, umgarnen sinnlich die gediegenen Klangstrukturen, 'Let go' oder 'Dust in the wind' sind grandiose Ohrwürmer mit Wohlfühlgarantie.
Die herausragende Stimme jedoch gehört Jan Burton, der inkl. der Remixes bei 6 Titeln die Leadvocals singt. Ob 'Enemy', 'Dangerous power' oder das Überlied 'New path' (vor allem im Jim Rivers Chosen Path-Remix), Jan Burton trägt diese Songs wie ein Priester sein Gebet: er lebt, er leidet, er ist mit ganzer Seele Stimme.
Eine Stimme, die mich tief im Mark trifft, mich aufwühlt, weil sie gleichzeitig weich und samtig und ebenso schmutzig daherkommt, dass mir fast schwindelig wird. So ging es mir mit dem jungen Robert Palmer (an den er mich auch ein wenig erinnert...) vor 20 Jahren auch...
Wem es so geht wie mir, dem empfehle ich die Syntax-CD 'Meccano Mind' (auch hier die Import-Scheibe mit 3 Bonustiteln) und Jan Burtons neue Band 'Fatal'.
Wäre schön wenn Freunde Freunde finden.
Das G&D Album gehört, dank Jan Burton, zu meinen liebsten Freunden.
Meine Anspieltipps: Enemy, Not enough, New path