Da ist es nun also, das neueste Spoon-Werk. Und in Anbetracht der Lobeshymnen, die ich gleich dazu von mir geben werde, hier wenigstens ein halbwegs nüchterner Satz: Ga Ga Ga Ga Ga überrascht in keinster Weise.
Aber das soll es auch gar nicht. Spoon ist eine der Bands, die immer wieder begeistern, auch ohne sich ständig neu zu erfinden. Hier wird der ureigene Stil konstant verfeinert und ausgebaut. Das siebte Album der Texaner setzt fort, womit sie seit jeher daherkommen. Nur eben immer ein bisschen ausgefeilter als der jeweilige Vorgänger. Und so reiht sich der neueste Wurf mit dem Dadaistisch anmutenden Namen Ga Ga Ga Ga Ga nahtlos hinter seine Brüder und Schwestern der vergangenen Jahre ein.
Wie schon beim Vorgänger Gimme Fiction schreiben Britt Daniel und seine Mannen hier Songs, die sich, wenn nicht schon beim ersten-, dann spätestens beim zweiten Hördurchlauf in den Hirnwindungen des Hörers festbeißen. Melodien, die wunderschön, spannungsgeladen und abwechslungsreich sind, und dadurch eine unglaublich lange Halbwertszeit besitzen. Ausnahmslos.
Stellt sich nur die Frage, warum die Band, die man gut und gerne als Prototyp amerikanischen Indie-Pops bezeichnen kann, die seit 1996 konstant gute Alben fabriziert, und die uns mit The Way Weg get By im Jahre 2002 schon einen amtlichen Indie-Disko Kracher beschert hat, nach wie vor im Untergrund operiert? Natürlich bringt das den Vorteil mit sich, dass man sich Spoon in kleinen familiären Clubs anschauen kann. Aber der Band wäre es schon zu wünschen, dass sie ihre Fangemeinde noch ausbauen kann. Und genau das könnte mit diesem Album gelingen. Fast ausschließlich Hits aneinandergereiht und mit You Got Yr. Cherry Bomb und der ersten Singleauskopplung The Underdog befinden sich auch wieder durchaus Tanzboden-taugliche Mid-Stampfer an Bord. Der Rest ist Spoon at its best, mit überraschenden Wendungen und Endungen, und mitreißenden Grooves, die den geneigten Hörer in einen Zustand größtmöglicher Verzückung versetzen können. Und über allem schwebt Britt Daniels fantastische Stimme. Mit The Ghost Of You Lingers ist auch wieder ein eher experimenteller Track auf dem Album, der vielleicht als kleiner Ausblick auf Daniels Solo-Album verstanden werden darf.