Thomas Nehlert, der mir bisher durch seine exzellten Rezensionen anderer Bücher bekannt war, hat mit "Gruppe C" voll ins Schwarze getroffen. Hier schreibt jemand mit Herzblut über die Rennserie, die auch heute noch mein Herz höher schlagen lässt. Die Gruppe C als erste und bisher auch einzige Rennserie, die den Energieverbrauch zum Maßstab ihres Reglements nahm, war letztlich ihrer Zeit (zu) weit voraus. Als sie durch das Engagement von 6 großen Werken der Formel 1 gefährlich wurde, wurde sie von Mister B.E. eiskalt abserviert. Ich habe das Glück, alt genug zu sein, um Ende der 80er Jahre noch einige Rennen gesehen zu haben. Mir stellen sich heute noch die Nackenhaare, wenn ich an diese wunderschönen Autos zurückdenke und mir noch einmal Grummeln der Sauber-Mercedes, das Zischen der Porsche und vor allem das unglaublich laute Schreien der Wankel-Mazda "durch das Ohr gehen lasse". Ich kann mich noch daran erinnern, als ein junger Mann namens Michael Schumacher auf dem Nürburgring alle Konkurenten verblies und nur nicht siegte, weil sein Partner (J.M.) nicht mehr schnell genug war. Was hätte aus dieser Formel noch werden können !
Thomas Nehlert hat mit "Gruppe C" ein hervorragend recherchiertes, relativ technisch orientiertes (was beim Grundgedanken der Gruppe C auch völlig normal ist !) und phantastisch bebildertes Buch geschrieben, das man derzeit getrost als Standardwerk bezeichnen kann. Auch die kleinen Teams der Gruppe C2 kommen nicht zu kurz.
Mit diesem Buch hat "Gruppe 5" einen würdigen Nachbarn im Regal gefunden.
Ob Thomas Nehlert schon an einem Buch über die Prototypenrennen der sechziger und frühen siebziger Jahre schreibt ? Schön wär's !