Was die Gunners hier anno '88, nach ihrer Jahrhundert-Scheibe Appetite For Destruction und vor den Use Your Illusion-Alben, gezaubert haben, ist wirklich der absolute Hammer - insbesondere was die zweite Hälfte der Scheibe, die vier (halb-)akustischen Stücke, angeht! Allesamt Perlen, die ich nicht müde werde, immer und immer wieder zu hören, wobei ich sogar soweit gehe, zu sagen, ihr populärster Song, einer der populärsten Songs von G N' R überhaupt, Patience, ist vielleicht noch der schwächste! Einen besonderen Narren habe ich derzeit an Used To Love Her und You're Crazy gefressen; You're Crazy kommt hier in einer wunderbar langsamen, groovigen, halb-akustischen Version daher, kaum ein Vergleich zu der punkigen Version von Appetite For Destruction, die mir nie sonderlich zugesagt hat. - Doch auch die erste Hälfte von Lies, die '86 in nur minimaler Auflage erschienene EP Live Like A Suicide, braucht sich bei Leibe nicht zu verstecken! Move To The City ist einer der stärksten Songs der Gunners und auch das Aerosmith-Cover Mama Kin knallt ohne Ende rein und steckt sogar das Original in die Tasche!
Absolute Hammer-Songs, ein großartiger, zugleich rotziger, dreckiger und weicher Sound, fabelhaft miteinander harmonierende Musiker und ein Axl in Bestform (ja - man mag's kaum glauben, doch der Mann kann (konnte?) tatsächlich singen, und das verdammt gut!) machen G N' R Lies zu einem Meilenstein der Musikgeschichte, der seinem Vorgänger kaum nachsteht und seine Nachfolger überflügelt!