Erfolgsproduktionen ziehen meine Interessen auf sich. weil sich in ihnen die Muster von Geschichten entdecken lassen, die ganz offensichtlich eine hohe Anziehungskraft haben. Zudem sollte ich als Marketer zumindest eine Ahnung haben, was viele junge Menschen mögen. Also schaute ich mir vor der Lektüre dieses Fanbuches bereits einige Folgen von Glee an, obwohl ich nicht zum eigentlichen Zielpublikum gehöre. Meiner Besprechung sollten jüngere Leser daher mit Vorsicht begegnen.
Zu den bekennenden Fans von Glee gehören die beiden Autorinnen Erin Balser und Suzanne Gardner. Beide arbeiten in einem Verlag und bloggen über die amerikanische Serie, in der Musik eine zentrale Rolle spielt. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb sich die Autoren in Torontos Karaokebars herumtreiben und Glee-Songs singen. Bei ihren Recherchen konnten sie auf die Unterstützung verschiedenster Seiten zählen. Die Einleitung ist vor allem für Glee-Laien gedacht, auch wenn am Schluss ein Aufruf an ihre Leserinnen und Leser geht, sich zum Buch und allfälligen Fehlinterpretationen zu äußern.
Wie es die Fangemeinde natürlich wünscht, finden sich auf den gut 170 Seiten viele Farbbilder der Schauspieler, der Macher und des Settings. Zu Beginn erfahren wir, wie es zu Glee kam, um danach in das Making-of einzutauchen. Der Part, in dem die zahlreichen Schauspieler vorgestellt werden, umfasst etwa 30 Seiten. Ab Seite 55 folgt der Episodenguide, in dem selbstverständlich auch alle Musiktitel aufgeführt werden, die in der Serie gesungen werden. Zum Schluss finden wir noch die Quellenangaben und die Danksagung. Auf die Inhalte der Episoden möchte ich nicht weiter eingehen, da diese den Fans ohnehin bekannt sind und von Außenstehenden im Internet nachgelesen werden können.
Mein Fazit: Für Fans ohnehin eine Pflicht, zumal es kaum Alternativen gibt. Die beiden Autorinnen sind bekennende Glee-Anhängerinnen, haben sorgfältig recherchiert und können unterhaltsam schreiben. Das Bildmaterial ist gut ausgewählt, in einer akzeptablen Qualität und meist treffend kommentiert. Ein Blick hinter die Kulissen, der das Bedürfnis nach mehr Informationen sicher erfüllt. Einem Nichtfan wie mir bestätigten die Autorinnen mit ihren Ausführungen, dass beliebte Geschichten überregionale und überzeitliche Muster enthalten.