Das die Toskana ein teures Reiseziel ist, verwundert niemanden mehr. Um so weniger, da Zeitschriften auch zunehmend für Leser mit "dicken Geldbeutel" zu schreiben scheinen und die Preisspirale weiterhin hochtreiben. Die toskanische Kultur bleibt dabei allerdings oft auf der Strecke.
Abgesehen von den hochpreisigen, aber leider überwiegend nicht wirklich überraschenden Restaurant-, Übernachtungs- und Shopping-Tipps gibt es auch immer wieder interessante Beiträge. Dieses Mal z.B. bewegende Panorama-Fotos von Guido Cozzi mit ausnahmsweise nicht stereotyp blauem Himmel, sondern dramatischen Wolkenbergen, blutroten Sonnenuntergangs-Visionen oder mystischen Nebelschwaden.
Andererseits wiederholt sich leider vieles, besonders die Shopping-Tipps sind schon mehr als populär, und statt der vielen originellen Feste und Festivals ein Bericht über das noch neue und sehr kommerziell aufgezogene Cortona-Klassik-Festival del Sole, das besonders bei den Amerikanern beliebt ist.
Meines Erachtens kommen in diesem Geo-Magazin besonders traditionell toskanische Veranstaltungen, originelle kleine Läden und Reisetipps abseits der bekannten Routen zu kurz, man orientiert sich zunehmend an einem standardisierten Toskana-Bild für die "kaufkräftige Zielgruppe", jedoch ohne Überraschungen und leider auch mit sehr wenig echten Tipps für den Reisenden, was besonders schade ist, da viele Toskaner in den letzten Jahren immer mehr Anstrengungen unternehmen, den Ausverkauf ihrer Heimat zu stoppen und den interessierten Besuchern eine ursprünglichere, nicht-touristische Toskana und Hintergrundwissen zu vermitteln, das mehr Wert ist als sein Preis.
Auf seine Art ist das Geo-Magazin jedoch wie üblich gut recherchiert und geschrieben, aktuell und mit reichlich sehr guten Fotos ausgestattet und enttäuscht von der Aufmachung keine Erwartung, deshalb dennoch vier Sterne.