Was wäre die moderne Welt ohne die Industrialisierung? Sämtliche Tätigkeiten würden noch von Hand gemacht werden müssen, alles würde dementsprechend länger dauern und es würde immer eine gewisse Nachfrage für Produkte herrschen. Dass es heutzutage nicht mehr so ist, beruht auf einen gelangweilten Perückenmacher, der 1770 in England die erste vollautomatische Fertigung aufbaute. Das ist gerade mal 250 Jahre her. Verglichen mit dem Zeitalter der Menschheit ist das eine verschwindend geringe Zeitspanne. Die dreißigste Ausgabe der GEO Epoche berichtet über die Experimentierfreude einiger weniger, die die Welt mit neuen Maschinen verändert haben. Vorwiegend wurde der Arbeitsalltag der Menschen erleichtert. Als angenehme Nebenerscheinung wird der steigende Wohlstand begrüßt. Allerdings verändert sich dadurch die Gesellschaftsform gravierend von überwiegend in der Landwirtschaft Tätigen zu ungelernten Fabrikarbeitern. Es entsteht eine Weltwirtschaft mit einem größeren Produktangebot. Als Ende des 19. Jahrhunderts auch noch die Dampfmaschine und die Elektrizität hinzukamen, war der Umbruch nicht mehr aufzuhalten.
Diese spannende Entwicklung über knapp 150 Jahre wird auf 170 Hochglanzseiten dargestellt. Die gezeigten Schwarzweißfotografien lassen die richtige Stimmung aufkommen, wie die Zeit des Umbruches von Handarbeit in maschinelle Fertigung vonstatten ging. Abgerundet wird das Thema mit dem Hinweis auf die damit entstandenen Nachteile, sodass wie gewohnt ein gesamtes Thema von allen Seiten beleuchtet wurde. Das macht die GEO-Epoche äußerst lesenswert.