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GENTRIFIDINGSBUMS oder Eine Stadt für alle
 
 
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GENTRIFIDINGSBUMS oder Eine Stadt für alle [Broschiert]

Christoph Twickel
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1., Aufl. (25. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894017260
  • ISBN-13: 978-3894017262
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 127.924 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer wissen möchte, was in Hamburg tatsächlich passiert, der sollte das Buch von Christoph Twickel lesen. (...) Das Akademische, Nebulöse fehlt dem Buch völlig.« (Iris Hellmuth, Hamburger Abendblatt)

»Wer demnächst Hamburg besucht, möge bitte dieses Büchlein als Reiseführer mitnehmen.« (Olaf Sobczak, politische ökologie)

»Auf gerade einmal 120 Seiten bietet Twickels kleines Brevier der Gentrifizierung und der dagegen angetretenen Bewegung, mit einem Schwerpunkt auf Hamburg, die Möglichkeit, sich schnell und umfassend in das vergleichsweise komplexe Thema einzulesen. (...) Die Stärke an Twickels Buch ist der leichte, erzählende Stil. (...) Christoph Twickel schreibt in seinem Vorwort, es gehe darum, Schneisen in die unternehmerische Stadt zu schlagen, die Tools dazu müsse man aber noch erfinden. Sein Buch hat den Anspruch, genau so ein Tool zu sein und diesem Anspruch wird es auf ebenso kämpferische wie sympathische Art gerecht.« (Der Freitag)

Kurzbeschreibung

Wenn draußen nur noch das leise Raspeln von Rollkoffern auf dem Pflaster zu hören ist, wo sich früher die Nachbarn mit der Hupe rausgeklingelt haben; wenn das Bauschild vor dem Apartment-Rohbau das Viertel als »bunt und frech« anpreist; wenn die Suche nach einem WG-Zimmer zur Castingshow wird; wenn die Ballonseidenanzug-Träger an den Stadtrand ziehen; wenn der türkische Elektrohöker einem Flagshipstore weicht und selbst nachts um halb zwei noch Leute mit aufgeklapptem Macbook in der Bar sitzen: Dann ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken zum Thema Gentrifizierung zu machen. Eine Linke könne heute nur aus einer Bewegung hervorgehen, die gegen Gentrifizierung und die Rendite kämpft, meint der italienische Philosoph Toni Negri. Genau dies geschieht derzeit in Hamburg: Eine unübersichtliche »Multitude« macht sich auf, an den Grundfesten der neoliberalen Metropole zu rütteln. Mitten in der Premium 1A-Lage der innerstädtischen Shopping- und Office-Zone besetzen Künstler und Aktivisten in Hamburg ein halbverfallenes ehemaliges Arbeiterquartier. Das »Gängeviertel« wird zur Besetzung der Herzen, die nostalgische Senioren und postautonome Wursthaarträger zusammenführt im Kampf gegen Investorenarchitektur und Verdrängung. In einem Manifest mit dem Titel »Not In Our Name, Marke Hamburg« verwahrt sich fast die gesamt Kulturszene dagegen, zum Standortfaktor für eine Stadt zu werden, deren Sahnelagen nur den Besserverdienenden zustehen. Schrebergärtner und Baumschützer, Kiez-Rentner und prekäre Desktop-Jobber, freie Künstler und Mieter-Aktivisten: Überall ist plötzlich vom »Recht auf Stadt« die Rede.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ganz nett 13. Oktober 2011
Von Nerdcraft
Format:Broschiert
Twickel liefert eine gute Beschreibung der Situation, die obendrein auch noch flott und gut lesbar ist. Leider wiederholt er gebetsmühlenartig diese Situationsbeschreibung, da hätte ich mir mehr Tiefgang oder weniger Seiten gewünscht. Auf was Twickel leider völlig verzichtet sind Lösungsvorschläge, insbesondere aus der Sicht der potentiellen Gentrifizierer. Was bitte soll ein DINK Paar denn machen, wenn es lieber in Eimsbüttel statt in Schenefeld wohnen möchte? Fazit: Kann man lesen, muß man aber nicht - die große Erleuchtung stellt sich nicht ein.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gutes Buch mit einigen Lücken 21. Dezember 2010
Format:Broschiert
Um mich näher mit dem Begriff Gentrifizierung zu beschäftigen habe ich mir dieses Buch gekauft, nachdem ich eine positive Rezension im Freitag gelesen habe. Es gibt einen guten Einblick in den Prozess mit vielen Beispielen, die sich aber mit der Zeit etwas wiederholen. Nach sechzig Seiten hatte ich das Gefühl, immer das gleiche zu lesen. Deswegen einen Stern Abzug. Das Buch ist zwar schon dünn, es gibt aber trotzdem Wiederholungen. Es ist aber sehr erhellend, zu lesen, wie der bundeweit forcierte Bau von Einkaufszentren und Großprojekten zur Gentrifizierung beiträgt und das weckt schon ein bisschen den Wutbürger.

Den zweiten Stern ziehe ich ab, weil das Buch meines Erachtens auf eine wesentliche Frage nicht richtig eingeht: Wer soll entscheiden, wer wo wohnen soll? Gibt es ein vererbtes Recht auf Boden? Hat jemand, der in einen Stadtteil zieht, die gleichen Rechte, am öffentlichen Leben Teil zu nehmen, wie jemand, der dort schon länger wohnt? Allzu leicht wird man verleitet, den Gentrifizierungsgegnern vorzuwerfen, sie seien konservativ und "ausländer"-feindlich. In dem Buch finden sich leider dazu keine Klarstellungen, die mich wirklich interessiert hätten.

Weiterhin hätte ich mir eine übersichtliche Analyse der an einem Gentrifizierungsprozess beteiligten Akteure gewünscht, statt diese mühsam aus sich wiederholender Prosa zu filtern. Am besten ergänzt durch die Sicht des Autors auf das, was diese richtig bzw. falsch machen. Das Buch hat leider bei mir kein abschließendes Urteil zugelassen, ob Gentrifizierung nun gut oder schlecht ist, ob man es überhaupt ändern kann oder soll und ob es nicht vielleicht einfach wie das Wetter ist: Manchen gefällt es, manchen nicht, aber ändern kann man es eh nicht, man muss sich einfach entsprechend anziehen.

Persönlich bin ich von außerhalb nach Berlin-Wedding gezogen. War das moralisch richtig? Hätte ich als junger Mittelklässler, der evtl. bald eine Familie gründet, lieber in den Prenzlauer Berg ziehen sollen, wo es eh schon gentrifiziert ist, bevor ich evtl. im Wedding die Mieten hochtreibe? Darauf habe ich leider keine Antworten in dem Buch gefunden.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Sieht man sich die großen Stadtentwicklungsprojekte in den Metropolen dieser Welt an, so zeichnen sich Trends ab, die bis in die Soziologie hinein registriert worden sind. Bestimmte soziale Stratifikationen führen zu einer Neudefinition urbaner Ballungsräume, die, gebunden an alte wirtschaftliche Blütezeiten, längst ihren Zenit überschritten hatten und mit den Protagonisten der ehemaligen Blüte dahinsiechten. Und dann kommen sie, die Kreativen, deren Vorboten wirtschaftlich nicht besser dastehen als die proletarisierten Bewohner. Aber sie geben die ersten Impulse für eine Neuerfindung der Quartiere und beschleunigen eine Immobilienentwicklung, die die angestammten Akteure verjagt. An ihre Stelle tritt der solvente Part der kreativen Klasse, der über das nötige Kleingeld verfügt und eine kultivierte Öde produziert, die kein urbanes Leben mehr inspiriert.

Der Hamburger Christoph Twickel hat diese stereotype Abfolge beobachtet und in einem hoch interessanten kleinen Buch zusammengefasst. In einem Aufsatz stellt er die Analogien von Großprojekten wie den Londoner Docklands, dem Pariser La Défense und dem Potsdamer Platz in Berlin dar und ihm gelingt es dabei, die Chronologie der Argumentation zu dokumentieren, die immer mit Urbanität lockt und dem Gegenteil endet: Der Verödung urbaner, sprich durch Dichte und Diversität inspirierender Atmosphäre.

Twickel illustriert es am Beispiel Hamburgs, das in den achtziger Jahren unter dem damaligen sozialdemokratischen Bürgermeister von Dohnanyi mit dem Slogan vom Unternehmen Stadt startete und nach der Jahrtausendwende unter der Chiffre Image City endete: Die Abfolge folgte stets dem Schema Künstler rein, Arme raus, bevor die Transformatoren selbst irgendwann ihre Schuldigkeit getan haben.

Zumeist sind diese Prozesse eine Synthetisierung urbanen Lebens und dessen Reduktion auf die reinen Geschäftsprozesse. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht Twickel die Ideologie, deren Gehalt sich auf die Formel bringen lässt, dass unter einer qualitativen Urbanität so etwas wie eine gehobene Shopping Mall unter freiem Himmel verstanden wird. Ein Szenario, das es nicht verdient, in einer politischen Programmatik Unterstützung zu finden.

Die Akteure kommen alle zu Wort, die Proletarisierten und von der Vertreibung Bedrohten, die mittellosen Künstler, die Etablierten mit ihrem Beratungseskort und ihren Werbeagenturen und die Politiker. Ohne dass der Autor nun mit dem erhobenen Zeigefinger die großen Sanierungskonzepte an den Pranger stellen müsste, kommen die wesentlichen Entwicklungslinien durch die Argumentationsmuster der Handelnden zu Tage. Zum Schluss stehen nicht nur zwei sich diametral gegenüber stehende Konzeptionen von Stadt zur Disposition, sondern es geht um mehr, nämlich um Politik und unversöhnliche Interessen.
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