Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Gault Millau ist auch in der Ausgabe 2004 ein unbestechlicher Wegweiser durch die deutsche Spitzengastronomie. Da kann es schon mal vorkommen, dass Küchenchefs und Sommeliers, die ihr Restaurant insgeheim oder auch ganz offen eigentlich für etwas noch viel Besseres halten, schön etwas auf ihre Mützchen kriegen. So schön, dass es dem Leser eine Freude ist. Zumal dann, wenn man in betreffendem Lokal selbst schon einmal einen mehr oder weniger enttäuschenden, zugleich aber alles anderen als billigen Abend verbracht hat. Etwa in "Jürgen's Restaurant" im Mönchengladbacher Hotel Coenen (13 Mützen): "Oft", so lesen wir da, "scheint Coenen eine heilige Scheu davor zu haben, ein gutes Produkt unverpackt und schnörkellos in seiner natürlichen Schlichtheit zu präsentieren (...) -- selbst ein arg fades Pfifferlingsmousse wird noch zwischen zwei Knusperblätter gestrichen, ohne dadurch irgendetwas zu gewinnen."
Doch wird sich niemand wirklich beschweren wollen. Hauptsache er steht drin. Jedenfalls ist das unbestechliche Urteil immer fair. Manchmal vielleicht sogar zu fair. Doch wie dem auch sei: Wer viel unterwegs ist und als Trost dafür, dass er zu selten zu Hause ist, wenigstens ab und zu wirklich gut essen will, der sollte dieses überaus nützliche Jahrbuch immer bei sich führen. Es lohnt sich! --Alexander Dohnberg
Aus der Amazon.de-Redaktion
Angenehm: Die schärfsten Kritiker des Landes können selbst gut mit Kritik umgehen. In der Gault-Millau-Ausgabe 2005 noch tadelte u.a. die Amazon.de-Redaktion das Fehlen von Bildern im Hauptteil. Und siehe da: In der Ausgabe 2006 lockern mehr als 400 Farbfotos die Testergebnisse zu den 1.115 Restaurants auf. Das macht den meistzitierten Gastrokritiker der Republik ansehnli-cher. Von Hotelfotos ist jedoch keine Spur. Aber die auf dem Cover angekündigten 420 Hotelempfehlungen sind ohnehin bestenfalls als Nachspeise zu betrachten, nehmen sie doch von insgesamt rund 900 Seiten gerade einmal 100 ein.
Als gewichtigeres Text-Dessert ließe sich das im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Beibuch Wellbeing Guide 2006 bezeichnen, das ausgewiesene Beauty-, Spa- und Wellness-Hotels im deutschsprachigen Alpenraum vorstellt. Allerdings ist hier nach wie vor Vorsicht geboten, denn es sind längst nicht alle wichtigen Wohl-fühltempel erfasst und getestet. Vielmehr gilt hier die Devise: Nur wer zahlt, wird erwähnt. Dieses Prinzip konnte sich zum Glück im Restaurantteil noch nicht durchset-zen. Die 287.600 Euro Spesen, die bei den anonymen Testessen anfielen, werden daher mit Werbeseiten refinanziert. Dass diese dann wie beim Vorwort optisch nicht immer geglückt eingestreut werden, muss man den Machern nachsehen.
Dafür wird der Leser mit einer geographischen Karte entschädigt, in der die Spitzen-gastronomie schnell verortet werden kann. Das ist bei einer Restaurantauflistung nach Orten und nach dem Schema A-Z besonders wichtig. Denn so erfahren Frank-furter Feinschmecker schnell, dass sie auch mal im Kapitel Dreieich oder Hofheim nachblättern sollten, dito die Münchner unter Pöcking, Sachsenkam oder Glonn. -- Christian Haas -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.