Ich habe dieses Gerät seit Anfang Februar 2006 und bin sehr glücklich damit.
Reinigung:
Nützlich ist, dass man die Brühgruppe herausnehmen und von Hand reinigen kann. Denn stellt man eine sehr feine Mahlstufe ein, dann setzt eines der Metallsiebe derart fest mit Kaffeematsch zu, dass die Selbstreinigung nicht mehr alle Kaffeereste entfernt. Die Brühgruppe aber jedesmal von Hand zu reinigen wäre unverhältnismäßig aufwändig, daher sind die feinsten Mahlgrade nicht nutzbar.
Sicherheit:
Gefährlich wird es, wenn man beim Reinigen der Brühgruppe das herausnehmbare Metallsieb nicht wieder einsetzt. Durch den Wasserdruck von 15 bar wird eine Hälfte des heissen Kaffematsches schlagartig und gerecht auf alle Innenteile der Maschine verteilt. Die andere Hälfte spritzt aus den Lüftungslöchern der linken Geräteseite heraus. Dann kann man wählen, ob man die Maschine so schnell wie möglich ausschaltet (ungünstig: Hauptschalter ist nahe der Rückseite - schwer erreichbar) oder ob man hinter einen Mauervorsprung in Deckung hechtet.
Es kann sein, dass die Maschine nach sorgfältiger Reinigung und ohne Einschicken zur Reparatur wieder normal funktioniert. Mir ist ein solcher Fall bekannt.
Wärmeplatte für Tassen:
Die Oberseite des Geräts besteht aus einem massiven, beheizbaren Aluminiumgussstück. Sonderlich warm wird es allerdings nicht, ausser vielleicht bei einem Wohnungsbrand. Per Menü kann der integrierte Heizstab permanent abgeschaltet werden um Strom zu sparen.
Milchschaum:
Mit der Dampfdüse lässt sich mit etwas Übung schnell hervorragender Milchschaum zubereiten, der sich durchaus mit dem Milchschaum aus einem Cafe messen kann. Man darf allerdings keine zu hohe oder zu große Gefäße verwenden, sonst wird die Milch schlecht verwirbelt und der Schaum ungleichmäßig und dünnwandig. Auch muss man zügig vorgehen, ab 65° gerinnt die Milch und der Schaum fällt unwiederbringlich zusammen. Und vor der Benutzung der Dampfdüse sollte man das gesamte Rest- und Kondenswasser aus der Leitung entlüften; es geschieht nicht automatisch.
Geschmack:
Ich finde, der Kaffee und Espresso aus diesem Vollautomaten schmeckt nach richtigem Kaffee und Espresso - und nicht, wie bei Filterkaffee, nach aufgebrühter Kiefernborke.
Zeituhr:
Das Gerät kann zu einer programmierbaren Tageszeit den Standbymodus verlassen. Dann führt es einen Spülzyklus aus und ist betriebsbereit. Die Zubereitung eines Kaffees muss man dennoch von Hand anstoßen. Macht aber nichts, denn wenn man schon mal am Gerät steht, kann man gleich eine Tasse unterstellen, sonst landet der Kaffee wie das Spülwasser im Auffangbecken.
Bedienung:
Sehr gut ist das Klartext-Display. Das Menü mit den Einstellungsmöglichkeiten, Geräteinfo etc. ist dadurch praktisch selbsterklärend. Die Bedienungsanleitung muss man dennoch lesen! Die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar. Eine typische Bedienfolge ist: Taste ganz rechts drücken - Gerät wärmt sich auf und spült sich. Wenn fertig - Tasse unterstellen. Taste ganz links drücken - Espresso kommt. Taste ganz rechts zweimal drücken - Gerät geht zurück in Stromsparmodus. Fertig.
Statt der Taste ganz links kann man auch die zweite Taste von links drücken - dann kommt ein "italienischer Kaffee", der weniger Wasser als ein "langer Kaffee" enthält. Letzteren wählt man über einen Druck auf die dritte Taste von links.
Bedienungsanleitung:
Naja. Steht zwar fast alles drin, aber bei der Erklärung der Mahlgradeinstellung ist die deutsche Übersetzung nicht hilfreich. Erst die englische gibt Aufschluss, wie herum man das Einstellrad denn nun drehen muss, um feineres Kaffeepulver zu erhalten.
Fazit:
Ich bin rundum zufrieden mit dem Gerät. Kaffee lecker, Milchschaum gut, Optik ansprechend. Der Kauf hat sich gelohnt. Wegen des Sicherheitsproblems bei falscher Bedienung gibts aber einen Punkt Abzug für mangelnde Idiotensicherheit.