Der Ofen von G3Ferrari hat vier Stufen, mit denen man die Temperatur bis zu 470 Grad hochdrehen kann. Laut Hersteller kann man mit dem Gerät auch Aufläufe etc. zubereiten, diese jedoch nur in einer hocherhitzbaren Alu-Schale.
Der Ofen erfordert für Pizzaofen-Neulinge erst ein bisschen Übung. Bereitet zuallererst einen Teig mit wenig Hefe zu. Empfehlung für 2-3 Personen: max. 4g Hefe auf 500g Mehl, ca. 325 ml kaltes Wasser, 1 EL Salz. Damit auch für den nächsten Tag was übrig bleibt, nimmt man am besten gleich 850 bis 900g Mehl, 550-575ml Wasser, 2 EL Salz und 6g Hefe. Diese Menge reicht für sieben bis acht Pizzen. Mit der Wasser- und Mehlmenge muss je nach Mehltyp und -sorte variiert werden, bis man einen elastischen Teig hat. Lasst diesen ca. 10 Minuten auf einer mittleren Stufe mit einer Küchenmaschine kneten und dann am besten über eine Nacht im Kühlschrank ziehen. Bringt am nächsten Tag den Teig rechtzeitig auf Raumtemperatur, damit der Teig schön aufgehen kann. Formt den aufgegangenen Teig danach mit ein, zwei Handgriffen zu einer Kugel und reißt euch danach mehrere ca. 200 bis 225g große Teigstücke. Formt diese zu Kügelchen und lasst sie mind. 60 Minuten gehen. Damit diese nicht austrocknen, empfiehlt es sich diese auf einem mit Backpapier und Mehl ausgelegtem Backblech im Haushaltsofen aufzubewahren.
In der Zwischenzeit Pizzaofen auf Stufe 2-1/2 vorheizen, was max. 10 Minuten dauert. Aus den vorbereitetetn Kugeln formt ihr nun eine Pizza. Die Kugeln werden auf einer reichlich bemehlten Arbeitsfläche erst nach außen hin plattgedrückt und dann mit den Händen ausgerollt (mit der linken, flachen Hand den Teig mittig halten, mit der rechten den Teig drehen und dabei den Teig nach außen ziehen). Wenn ihr nach dem Ausrollen die beiden mitgelieferten, billigen Pizzawender aus Holz benutzt, tut die Pizza schon vor dem Belegen auf diese drauf. Ich benutze jedoch mittlerweile eine einfache, kleine Pizzaschaufel mit einem Holzgriff (gibt's auch bei Amazon), die viel praktischer ist, da man die Pizza erst nach dem Belegen auf die Schaufel tun kann. Das Reinschieben und Rausholen der Pizza klappt damit viel besser und ist absolut zu empfehlen.
Den Teig nun belegen mit passierten Tomaten aus der Flasche oder selbstpürierten Tomaten aus der Dose. In die Tomatensauce kann noch Salz und Olivenöl rein. Wenn man viel Liebe das Ganze angeht, kann man sogar die pürierten Tomaten aus der Dose ein, zwei Stunden lang mit 1-2EL Zucker und 2-3EL Milch kochen lassen, um die Säure wegzukriegen und zudem eine wässrige Pizza zu verhindern. Wenn man die letzte Variante bevorzugt, fertigt man am besten größere Mengen an. Der Rest der Tomatensauce wird für das nächste Mal in kleinen Beuteln im Teifkühlfach aufbewahrt. Dann kommt der Käse und Belag nach Belieben. Bei Käse sind eine Mischung aus Gouda/Emmentaler oder Edamer zu empfehlen. Wir benutzen nur Mozzeralla, der einen Tag vorher aus der Packung rausgeholt wird, damit die Flüssigkeit nicht auf die Pizza ausläuft.
Wenn ihr soweit sind, Pizza in den Ofen gleiten lassen. Deckel zu, Temperatur auf Stufe drei (im Handbuch wird Stufe 2-1/2 empfohlen) und Zeitschalter auf fünf Minuten stellen. Nach zwei bis drei Minuten sollte man mal öfters reingucken und die Pizza drehen, da diese an manchen Stellen schneller braun wird als an anderen. Auch darauf achten, dass die Kontrolleuchte die ganze Zeit an ist, welche das Heizen der oberen Heizspirale anzeigt. Nur dann wird auch der Belag nach fünf Minuten durch sein.
Mit dem Ofen kann man auch kleine Pizzabrötchen backen. Dazu aus dem vorbereiteten Teig etwa 50-70g große Stücke rausreißen und zu Brötchen formen. Größere Teigstücke lassen sich aufgrund der niedrigen Stellung der Heizspirale nicht empfehlen. Tipp: aus den übriggebliebenen Pizzakugeln kann man kleine Foccacias - bestrichen mit Olivenöl und Rosmarin - oder Fladenbrote - bestrichen mit Wasser od. Milch und Sesam - zubereiten. Zuvor sollte man mit den Fingern Dellen in den flach ausgebreiteten Teig drücken. Während des Backens öfter reingucken und eventuell das Heizen durch Runterdrehen des Heizschalters kurzzeitig ausstellen, damit die Brötchen nicht oben anbrennen.
Für Liebhaber der türkischen Pizza ("Lahmacun") eignet sich der Ofen ebenfalls. Aus dem vorbereiteten Pizzateig ca. 140g große Stücke rausreissen, zu Kügelchen formen und kurz gehen lassen. Die Kügelchen werden mit dem Nudelholz dünn ausgerollt und mit einer Hackfleischmasse bestrichen. Die Hackfleischmasse besteht aus rohem Rinderhack, mit einem Mixer zerkleinerten Paprika- und Zwiebelmischung, viel Öl, etwas Tomatenmark, einer frischen Tomate bzw. ein oder zwei geschälten Tomaten aus der Dose, Salz, Pfeffer und Petersilie. Die türkische Pizza ist innerhalb von drei bis vier Minuten fertig. Die fertige Pizza wird mit Salat nach Wahl eingerollt serviert. Wenn der Teig sehr dünn geworden ist, sollte man drauf achten, dass der Ofen nicht die ganze Zeit heizt. Anonsten brennt der Boden schnell an.
Als Mehl bietet sich Typ 550 an. Man kann auch ein wenig dunklere Sorten wie etwa Typ 812 oder 1050, aber auch "griffigere" Mehlsorten, sog. Spätzlemehl, reinmischen. Ein sehr knuspriges Ergebnis erzielt man jedoch, wenn man gleich richtiges Pizzamehl kauft. Diesen gibt es z.B. bei italienischen Feinkostläden in eurer Nähe, erhältlich unter der Bezeichnung "Typ 00 für Pizza". Um mit dem deutschen Mehl eine ebenso knusprige Pizza zu backen, kann man ein Drittel der Mehlmenge durch Hartweizengriess ersetzen. Hier benutze ich die italienische Variante "semola di grano duro".
Zum Saubermachen sollte man nach dem Abkühlen des Ofens nur einen Schaber und ein trockenes Tuch benutzen. Auf keinen Fall ein nasses Tuch benutzen, wenn der Boden noch heiss ist: der Stein kann brechen! Ein leicht feuchtes Tuch kann man benutzen, wenn der Boden richtig kalt ist.