„Neues Album In Paris.“
Es gibt musikalische Projekte, die sind in sich so stimmig, dass es einen wahrlich wundert, dass sie erst jetzt in die Tat umgesetzt wurden und das Licht der Welt erblicken.
Götz Alsmanns „In Paris.“ ist ein solches Projekt, ein Album als deutschsprachige Hommage an den großen französischen Chanson. Wer einmal die schiere Passion erlebt hat, mit der Alsmann und seine Band altgediente oder besser noch ausgediente Lieder zu neuem Leben erwecken, der weiß, dass auch Paris unter den Fittichen dieser Musiker in frischen Farben aufblüht und all die Klassiker von u.a. Charles Aznavour und Gilbert Bécaud, Charles Trenet und Henri Salvador, Serge Gainsbourg und Yves Montand all jene Bilder wachrufen, die wir mit der vielleicht schönsten Metropole Europas verbinden als blätterten wir in einem Bildband alter Postkarten. Auf dem Cover posiert – ganz im Stile der klassischen Blue-Note-Jazzalben der 1940er und 1950er – Götz Alsmann auf dem Montmartre, beschwingt angelehnt an eine Laterne. Selbstverständlich ist Götz Alsmann mit seiner Band für die Aufnahmen auch nach Paris gereist, denn wie er selbst sagt: „Nichts könnte selbstverständlicher sein, als nach Paris zu fahren und dort Chansons aufzunehmen.“ Und das mit einem ganzen Laster voller Instrumente.
Eng zusammengearbeitet haben die Musiker in dem Studio Ferber mit dem französischen Top-Produzenten Regis Ceccarelli, der aus einer renommierten Familie von Jazzmusikern stammt, bereits auf Henri Salvadors berühmtem Millionenseller Album „Chambre avec vue“ mitspielte und dessen letzter Bandleader war. Ob Rumba-Bolero oder French Tango, Cha Cha Cha oder Bossa Nova, Mambo oder Musette – Götz Alsmann und seine Band tauchen musikalisch in ihr facetten- und phantasiereiches musikalisches Universum ein.
Den Auftakt macht „Bumm“ („Boum“) von Charles Trenet, ein Urgestein unter den französischen Chansonniers. Charles Trenets international populärste Komposition „Das Meer“ („La mer“) gehört wiederum zu jenen Chansons, „auf die sich die Welt einigt, wenn man von französischen Liedern spricht“. Gar als „Nationalhymne unter den Chansons“ bezeichnet Götz Yves Montands „Der Schleier fiel“ („Les feuilles mortes“), das unter seinem englischen Titel „Autumn Leaves“ seit Jahrzehnten zu den großen Standards des Jazz gehört und nun als tief-romantischer Bolero seine Hörer in den Bann zieht. Charles Aznavours bissiges „Du lässt Dich geh’n“ („Tu te laisses aller“) wirkt wiederum wie ein verzweifelter Appell an die Liebe. Zu den poetisch-romantischen Highlights des Albums gehören zweifellos auch die Interpretationen von Dalidas „Liebe mich“ („Aime-moi“) und Henri Salvadors „Der Junge im Boot“ („Le petit indien“). Beide Songs hat Alsmann kongenial ins Deutsche übertragen und weiß sie zurückhaltend und einfühlsam zu intonieren. Serge Gainsbourgs „Cha-Cha-cha du loup“ hat Götz Alsmann so werkgetreu wie witzig als „Der Wolf tanzt Cha Cha Cha“ ins Deutsche übertragen.
Die finessenreichen Arrangements, die den Songs mit ihren überraschenden Kapriolen Licht, Luft und Lässigkeit, also das perfekte künstlerische Laissez-Faire verleihen, tun ihr übriges.
Und so ist „In Paris.“ ein wunderbar leichter, höchst unterhaltsamer und durchaus lehrreicher Streifzug durch die Populärkultur Frankreichs, mit all seinen Chansons, Filmen und Showszenen.
Garantiert très charmant!
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