Es ist im Ansatz ein sehr wertvolles und notwendiges Buch, doch es scheitert exakt an dem Punkt, den die drei Autorinnen den von ihnen Kritisierten zum Vorwurf machen: Der Tellerrand der Archäologie wird nicht überwunden, alle anderen Gebiete der Forschung, die ebenso akribisch wie Archäologen verschüttetes Wissen wieder frei legen, bleiben total unreflektiert. Man kann sich nicht auf das Argument zurückziehen, nur die archäologische Komponente darstellen zu wollen. Dafür interpretieren die Autorinnen selber viel zu viel und ist das Thema Matriarchat schlicht zu umfassend. Sehr fraglich ist der mitunter ehrenrührige Ton, wenn es um die Darstellung einzelner Protagonisten der Matriarchatsidee geht- dann zeigt sich als Ironie und Sarkasmus getarnter Sadismus. Dieser speist sich selber aus reiner Spekulation und die Autorinnen schrecken selbst davor nicht zurück, psychologische Ferndiagnosen zu stellen. In diesen Momenten wird das Buch dann peinlich. Alles in allem war ich sauer, denn ich hatte mir von dem Buch endlich sachliche, distanzierte Bestandaufnahme gewünscht. Eigentlich schade und traurig!