Es gibt Bücher, die kauft man wie eine Tüte Mich, ohne lange darüber nachzudenken und machmal auch ohne den Umschlagtext zu lesen. So ging es mir mit diesem Buch. Für mich war es einfach nur ein neues Buch von Dan Simmons und damit Grund genug, es zu kaufen. Eine Entscheidung, die ich nicht betreut habe. Ganz im Gegenteil, dies ist ein fantastisches Werk, leider nicht neu, sondern ursprünglich schon 1985 veröffentlich.
Allerdings gibt es wenig Konkretes, auf das ich meinen Lob stützen kann. Der Roman ist weder übermässig spannend oder aufregend, noch passieren auf den knapp 400 Seiten besonders viele Dinge. Aber trotzdem hat mich das Buch so in seinen Bann gezogen, dass ich es in wenigen Tagen komplett gelesen habe. Vielleicht hat Kali, die Göttin von Tod und Zerstörung, auch auf mich eingewirkt und so las ich Seite für Seite und konnte mich nicht vom Buch lösen. Ich bin sicher, dass es auch andere Lesern so gehen wird.
Der Roman selbst handelt von Schriftsteller Robert Luczak, der in den 1970er Jahren nach Kalkutta reist, einer Stadt, die Simmons mit großem Ekel und Abscheu beschreibt.
Ich war nie selbst in Kalkutta und die Handlung der Geschichte ist auch schon 30 Jahre her, aber was Simmon beschreibt scheint so real und so glaubwürdig zu sein, dass dem schwachem Leser übel werden könnte. War diese Stadt wirklich so? Man kann nur hoffen, dass es nicht so wa,r obwohl ich befürchte, dass dieser Teil des Buches der Realität recht nahe kommt. Der Rest des Romanes ist (hoffentlich) pure Fiktion, denn zu allem Überfluss gehen in diesem Kalkutta Dinge vor, die für normalen Menschen besser verborgen bleiben sollten ...
Man sollte gar nicht viel zu diesem Roman sagen, ausser der uneingeschränkten Empfehlung, es zu lesen. Gegen Ende bin ich dann sogar ein wenig nachdenklich geworden. Hat der Autor recht, wenn er behautet, das Lied von Kali würde immer noch gesungen? Sind Tod und Zerstörung wirklich um uns herum am Werke? So abwegig scheint diese Behauptung gar nicht zu sein.