Samantha Sweeting, 29 Jahre jung, Anwältin und Workaholic ist fast am Ziel ihrer Träume: es winkt eine Teilhaberschaft an der renommierten Londoner Anwaltskanzlei Carter Spink. Leider unterläuft ihr scheinbar auf der Zielgeraden ein kleiner, aber millionenschwerer Fehler, der ihren Traum zerplatzen lässt wie eine Seifenblase.
Traumatisiert verlässt sie London und wird aufgrund eines Missverständnisses in einem beschaulichen Ort als Haushälterin angestellt - ein Berufsfeld auf dem die versierte Anwältin so gar keine Ahnung hat.Doch zum Glück gibt es den Gärtner Nathaniel, mit dessen Hilfe Samantha nicht nur lernt, wie man einen Haushalt schmeißt.Leider mag Nathaniel keine Anwälte, so dass die Wahrheit über Samantha ein Geheimnis bleiben muss. Da ist der nächste Eklat vorprogrammiert...
Das Buch hat einige Schwächen: Bis die Geschichte in Gang kommt, muss man sich schon fast durch die ersten 100 Seiten gequält haben. Samantha soll eine Staranwältin sein; wenn man als Leserin ihre Selbstgespräche verfolgt, ist man eher an Jennifer Garner erinnert, die im Film 30 über Nacht als 13jährige plötzlich das Leben einer Erwachsenen meistern muss. Man fragt sich: wie um alles in der Welt ist die Frau so weit gekommen?
Richtig lustig wird's im Buch dennoch: Spätestens als Samantha Schmetterlinge im Bauch hat, sobald sie Nathaniel sieht, hat die Geschichte Lachgarantie. Die mag man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass zwar Samantha mittels Google erfährt, dass ihr Name in London keinen Pfifferling mehr wert ist, dass aber die braven Dorfbewohner trotz vieler ungeklärter Fragen nicht selbst mal auf die Idee kommen, nach Samantha zu googeln. Auch sollte man großzügig darüber hinwegsehen, dass 50 Jahre Emanzipation auf gut 400 Seiten kurzerhand vom Tische gefegt werden. Aber wer liest schon Kinsella, wenn man das problematisch findet?!
Insgesamt ein nettes Lesevergnügen, wenn man die erste Durststrecke im Buch überwunden hat. Dann sind ein paar kurzweilige Lesestunden garantiert.