Leider bleibt die vielversprechende Geschichte total oberflächlich und es kommt auch nicht wirklich Spannung auf. Auch der Vergleich mit Andreas Eschbach ist zu weit hergeholt, denn da wo die Helden bei "Das Jesusvideo" (womit "Götterschwert" ja wohl verglichen wird) kombinieren und eigene Schlüsse ziehen und so in der Handlung vorwärts kommen, da folgen die Protagonisten bei "Götterschwert" immer nur Hinweisen, die ihnen von anderen Archäologen bereits vorgegeben wurden. Mir ist nicht aufgefallen, dass sich die Hauptperson Morgan Lafet durch besondere Archäologie- oder gar detektivische Fähigkeiten hervorgetan hätte. Nichts wird hinterfragt, alles nach kurzer Zeit als gegeben hingenommen. Wenn der Auftraggeber stirbt, sollte man doch annehmen, das sich seine Forscher erkundigen woran er gestorben ist. Aber sie geben sich mit einem lapidaren "Er ist von uns gegangen" zufrieden. Wurde er ermordet? Starb er an Altersschwäche? War er krank? Für die Protagonisten ist das scheinbar uninteressant. Das einzige Mal, wo Lafet von sich aus auf eine Spur kommt, findet er die nicht, weil er nachgefragt und kombiniert hat, sonder er stolpert durch Zufall drüber.
Auch habe ich mich immer wieder gefragt, wozu der geheimnisvolle Helios überhaupt einen Forscher brauchte, da er ja immer schon Bescheid wusste und Lafet unter ständiger Überwachung stand. Wie sonst wäre es zu erklären, dass jedes Mal, wenn die "Helden" in Gefahr kommen Helios' Eingreiftruppe parat steht um sie zu retten.
Die Auflösung der Geschichte war leider auch keine. Es bleiben nur eine Menge Fragen offen. Wer ist Helios? Wer waren seine Gegner? Warum das Ganze? Genau so unbefriedigt wie der Protagonist legt der Leser auch das Buch weg und fragt sich, was das denn nun für eine "spannende Geschichte" sein sollte. Die "Mystery" die auf dem Cover versprochen wird, findet sich auch nur ansatzweise im letzten Absatz des Buches, als Helios' anderer Name genannt wird und man eine Vorstellung davon bekommt, wer er wohl tatsächlich sein könnte.
Am meisten gestört hat mich jedoch die Ich-Erzählform, die total misslungen war. Wenn in einer Gothic Novel die Heldin als Ich-Erzählerin auftritt, dann ist das machbar. Aber in einem Action-Roman ist es schrecklich. Wäre der Roman in der 3. Person geschrieben, hätte man sich gedacht, okay, der Held ist groß, sieht gut aus, ist stark und Frauen wie Männer laufen ihm nach. So entstand lediglich der Eindruck eines selbstverliebten Kerls, der immer wieder beschreiben muss, wie seine Muskeln anschwellen und wie deshalb die Frauen (und einige Männer) schwach werden. Das machte den "Helden" leider eher unsympathisch. Die anderen Protagonisten blieben auch ziemlich blass.