Bereits das Erstlingswerk erzählte intensiv; damals vom Untergang Thüringens. Einige störten sich am rohen Klang, doch viele schwärmten damals vom dadurch umso intensiver wirkenden Stoff der Lieder.
Die Götterlieder bieten nun eine durch musikalische Weiterentwicklung umso authentischere musikalische Umsetzung der Edda, jener bekanntesten Sammlung altnordischer Helden- und Götterdichtung. Es beginnt ganz am Anfang, am "Weltenanfang", mit dem Urriesen Ymir, unter dessen Körperteilen die gegensätzlichen Charaktere der nordischen Weltgeschichte heranreifen. Der bekannteste ist Odin, der mit seinen Brüdern Wili und We im Laufe des Liedes "Ask und Embla" die germanischen Adam und Eva erschaffen.
Ansonsten erzählen die Lieder, die wahrhaft Götterlieder sind, noch von der Herstellung von Thors Hammer Mjölnir, von dem ersten Krieg des göttlichen Geschlechts der Asen (zu denen Odin und seine Sippe gehören) gegen die Wanen (die unter anderem die Liebesgöttin Freya und deren Fruchtbarkeits-Bruder Freyr hervorgebracht haben) sowie von einer frühen Minne eines verliebten Gottes.
Musikalisch haben sich Odroerir weiter entwickelt, der Gesamtklang wirkt nun wesentlich harmonischer und weniger roh. Die Texte sind auf einem durchaus hohen Niveau, die Musiker trumpfen mit einer guten Kenntnis des Inhalts der Edda auf. Vielen genervteren Hörern fällt zusätzlich positiv auf, dass endlich kein nerviges Keyboard mehr die Melodien spielt, sondern abwechslungsreiche Geige und gute Gittaren diesen Part übernehmen.
Die treibenden Kräfte in der Band sind, quasi bürgend für ihre Qualität, in einer der renomiertesten Reenactment-(authentische historische Darstellung)Gruppen, den Ulfhednar Deutschland.
Wer nach ernstgemeinter deutschsprachiger Heiden-Musik sucht, findet in diesem sowohl musikalisch als auch textlich absolut überzeugenden Album seine Referenz.