Viele Jahrzehnte herrschte im Land Dhrall Frieden, der von vier alten Göttern gewährleistet wurde. Doch diese Götter sind ihrer Aufgabe überdrüssig geworden und widmen sich eher ihren eigenen Interessen.
Und genau diese Unachtsamkeit nutzt das Böse, um wieder zu Kräften zu kommen. Das Vlagh, wie es auch genannt wird, wurde vor Ewigkeiten besiegt und im Ödland tief im Landesinneren verbannt.
Als das Vlagh alles Böse um sich schart und eine riesige Armee aus dem Boden stampft, die Dhrall völlig überrennen könnte, werden die Götter aufmerksam. Da es ihnen verboten ist, direkt in das Schicksal der Menschen einzugreifen, bitten sie eine Handvoll Krieger mit besonderen Talenten, für eine königliche Bezahlung die Verteidigung des Landes zu organisieren. Da fast alle Menschen käuflich sind, wenn der Preis stimmt, vergrößert sich das Heer von Tag zu Tag. Außerdem werden die Götter von vier Kindern begleitet, die seltsame Träume haben, die die Zukunft des Landes weissagen. Und die Prophezeiungen sind nicht gerade rosig...
Zusätzliche Hilfe erhalten die Menschen von den Elementen, die zwar auch nicht direkt in die Geschehnisse eingreifen dürfen, aber viele Dinge wie Wetter und Naturkatastropen positiv beeinflussen können.
Auch die Begleiter der Götter sind für den Ausgang des bevorstehenden Krieges ausschlaggebend, den in ihnen schlummert ein mächtiges Geheimnis...
Das wilde Land ist der erste Teil der Götterkinder-Serie von David und Leigh Eddings. Die Autoren verwenden nie viel Zeit mit detailierten Beschreibungen der Personen oder Ortschaften, sondern konzentrieren sich vielmehr auf den Charakterausbau der Protagonisten und die Geschichte- und die ist wirklich gut und flüssig geschrieben. Der Handlungsstrang verästelt sich mehrmals, verknüpft sich im Verlauf des Buches aber immer wieder neu, woraus sich viele interessante Kombinationen ergeben.
Gut, nichts ist wirklich neu und bei einigen Passagen hat man das Gefühl, den Inhalt schon irgendwo einmal gelesen zu haben. Den Vergleich mit der "Herr der Ringe"- Trilogie kann ich mir hier nicht verkneifen- vieles scheint abgekupfert. Aber wie die verschiedenen "Abschriften" verpackt, verknüpft und ausformuliert sind, ist schon bemerkenswert.
Auf keiner Seite hatte ich das Gefühl der Langeweile und das hat schon was zu bedeuten! Die Personen sind gut gewählt und die Story gut strukturiert. Die Götter sind nicht unbedingt sympathisch, was sehr authentisch rüberkommt. An einigen Stellen vielleicht etwas zu vorhersehbar. Der Krieg kommt schön langsam in Gang und ich kanns kaum erwarten, weiterzulesen!
Mein Fazit: Ein gut struktuiertes, mit interessanten Charakteren versehenes und sehr harmonisch und flüssig zu lesendes Buch, das auf einiges hoffen lässt.
Empfehlenswert für all jene, die altbewährte Fantasykost bevorzugen.