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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein gelungener komprimierter Überblick, 3. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Götter und Kulte der Germanen (Taschenbuch)
Simek stellt im vorliegenden Buch knapp, aber wesentlich die Religionen germanischer Stämme dar. Der Schwerpunkt dabei liegt geographisch in Südskandinavien, es wird aber auch die Situation in Deutschland und England geschildert. Neben den verschiedenen Opferkulten, wie z.B. das Waffenbeuteopfer, das gemeinschaftliche Opfermahl, Menschenopfer oder private Opfer wird auch die Frage germanischer Kultgebäude diskutiert. Des weiteren erläutert Simek die Götterwelt des germanischen Altertums und die der Wikingerzeit, ebenso wie die niedere Mythologie (Riesen, Zwerge und Alben), die Bedeutung der Magie und die Vorstellungen über die Welt der Toten, wie auch die Bestattungsweisen germanischer Stämme. Besonders gelungen ist es dem Autor dem Leser zu vermitteln, dass es keine einheitliche germanische Religion gibt, sondern dass sich z.B. die Götterwelt eines Germanen zur römischen Kaiserzeit doch sehr von der eines Isländers im 12.Jh. unterscheidet (zeitlich wie geographisch). In erster Linie stützt sich Simek auf die Auswertungen der archäologischen Funde sowie auf zeitgenössische Quellen (spätantike, christliche und arabische), statt sich auf die Wiedergabe christlich-mittelalterlicher Autoren zu stützen, die ein Germanenbild schufen, welches häufig für sie als ein Gegenbeispiel zur christlichen Religion diente und zudem zeitlich zu weit entfernt lag. Fragen, die sich durch den aktuellen Forschungsstand ergeben und nicht ausreichend beantwortet werden können, werden vom Autor bewusst offengelassen, anstatt durch spekulative Interpretationen zu deuten. Beispielsweise finden sich bei germanischen Quellheiligtümern keinerlei Hinweise über das Geschlecht oder den Namen, sowie Aussehen und Funktion der Gottheit, die hier verehrt wurde. Aus diesem Grunde wird jedwede Deutung hier vom Autor vermieden, sondern es wird versucht lediglich anhand der Fundsituationen Schlüsse zur Charakterisierung der Opfer zu ziehen.
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45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessant von der ersten bis zur letzten Seite, 29. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Götter und Kulte der Germanen (Taschenbuch)
Dass dieses Buch darüber informiert, was der Titel verspricht, ist ja schon fast klar, aber darüber hinaus schafft es der Autor, nicht zu trocken und doch immer voll bei der Sache den Leser durchs Thema zu führen. Das Buch liest sich also sehr gut und ist interessant von der ersten bis zur letzten Seite. Der Inhalt ist streng thematisch aufgebaut und aufbauend, d.h., dass der Autor am Anfang davon ausgeht, dass man wirklich kaum Ahnung vom 'Sujet' hat, mit der Zeit baut dann eine Sache auf die andere auf und am Ende besitzt man ein Grundwissen vom Thema und merkt auch die Feinfühligkeit, wie zwischen puren Rückschlüssen aus Funden etc. und möglicherweise nicht mehr ganz wahrheitsgemäßen Quellen penibelst unterschieden wird. Kurzum sehr zu empfehlen für jeden, der sich in dieses Gebiet einen Einblick verschaffen will!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Germanische Religionen durchs Mikroskop betrachtet, 28. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Götter und Kulte der Germanen (Taschenbuch)
Viel ist dem meinen Vorrezensenten nicht hinzuzufügen; ich fand es einfach erstaunlich, wie wenig Gesichertes wir eigentlich über unsere kulturellen Wurzeln wissen. Als Laie denkt man wohl - mir ist es zumindest so ergangen - dass man über den germanischen Pantheon einigermaßen bescheidweiß, von Walvater Odhinn über Thor bis zur Midgardschlange. Dieses Buch belehrt den Leser eines Besseren. In den heutigen Zeiten des Populismus, der ja germanischen Götterglauben mitunter sofort in die rechtsradikale Ecke stellt, hat Simek den Mut gefunden, die wenigen aussagekräftigen archäologischen Funde neutral auszuwerten und in einem für den Laien nachvollziehbaren Buch zusammenzufassen, damit sich der Leser ein eigenes Bild von den Religionen und Kulten machen kann. Die Funde ergeben ein zwar sehr vielfältiges, aber gleichzeitig lückenhaftes Bild, und auch die Edda, die man als Laie eigentlich als die Quelle überhaupt für germanische Religion(en) einordnet, wurde wohl nicht mehr frei von christlichen Einflüssen verfasst. Ich persönlich fand Simeks Schreibstil nicht immer hundertprozentig ansprechend, aber das mag jeder Leser selbst entscheiden. Dennoch, ein gelungenes Werk!
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