Die Antike fasziniert wie keine andere Weltepoche immer wieder die Menschen der nachfolgenden Generationen und Epochen. In der Kunst wurde, wie etwa in der Renaissance, immer wieder auf sie Bezug genommen, die Grundlagen der Philosophie, auf die sich auch die gegenwärtigen Philosophen beziehen, wurden bei Sokrates, Plato und den frühen griechischen Denkern gelegt.
Jeder Schüler begegnet irgendwann jenem Pythagoras, der nicht der einzige Grieche war, der die Mathematik und die Naturwissenschaften der folgenden Epochen nachhaltig geprägt hat. Die Ausbildung der christlichen Theologie ist ohne die Auseinandersetzung der Kirchenväter mit Aristoteles nicht denkbar, und die Literatur wäre ohne Homer und seine Dichtung nicht das geworden, was sie ist. Auch die Politik bezieht sich immer wieder auf die alten griechischen Wurzeln ihrer Herkunft: Athen als die Wiege der Demokratie.
Damit ein breiteres Publikum diese Zusammenhänge sich bewusst machen kann, hat der Herausgeber und Redakteur beim SPIEGEL , Johannes Saltzwedel in Zusammenarbeit mit namhaften Altertumsforschern ein Buch vorlegt, das uns die Lebens- und Vorstellungswelt des antiken Griechenlands nahe bringen und erklären möchte.
In insgesamt 31 Artikeln auf 288 Seiten unternehmen die Autoren den Versuch, ein umfassendes Bild dieser Epoche zu zeichnen. Etwas, was man zunächst für fast unmöglich hält, muss man nach der Lektüre aber doch als relativ gelungen bezeichnen.
Nach einer Einleitung in das Buch folgt der Herausgeber der üblichen Epocheneinteilung "Frühzeit, Klassik, Hellenismus". Da gibt es Porträts von Gewaltherrschern (Alexander der Große, Philipp V.), von Philosophen (Heraklit, Sokrates, Platon und Aristoteles), von Wissenschaftlern (Pythagoras) und Literaten (Homer). Aber auch Beschreibungen von politischen und geschichtlichen Phänomenen fehlen nicht und auch der Kunst und dem Alltagsleben werden wichtige Artikel gewidmet (z.B. über die Rolle der Frau und die Olympischen Spiele).
Das Buch ist besonders für Menschen geeignet, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen über jene so bedeutsame Epoche, vielleicht weil sie in ihrer Schulzeit davon nichts oder nur wenig gehört haben.
Es ist leicht und schnell zu lesen und macht Lust auf weitere Beschäftigung mit einzelnen Themen. Ich finde es begrüßenswert, wenn Zeitschriften wie der SPIEGEL in Zusammenarbeiten mit Verlagen (hier DVA) solche Themen so aufbereiten, dass auch eine breitere Leserschicht an diesem wichtigen Wissen teilhaben kann.