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Götter im Frack. Das Jahrhundert der Dirigenten. Mit CD-Audio, 60 s/w Bilder, Format 23 x 30 cm.
 
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Götter im Frack. Das Jahrhundert der Dirigenten. Mit CD-Audio, 60 s/w Bilder, Format 23 x 30 cm. [Musiknoten]

Rupert Schöttle
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Musiknoten: 200 Seiten
  • Verlag: Czernin Verlag (Mai 2000)
  • ISBN-10: 3707600106
  • ISBN-13: 978-3707600100
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Musiknoten
Der Autor dieses Buchs, Rupert Schöttle, geboren 1957, studierte Musik in Salzburg und Wien, ist Cellist und Mitglied des Universitätsbeirates der Universität Mozarteum in Salzburg, und wirkt als freier Mitarbeiter bei den Wiener Philharmonikern und dem World Orchestra for Peace mit. Seine persönlichen Erfahrungen und die seiner Musikerkollegen mit den großen Dirigenten unserer Zeit flossen in dieses Buch ein.

Rupert Schöttle führt in diesem Buch zunächst in die historische Entwicklung des Dirigentenberufs ein, und zeichnet sie sodann anhand von dreizehn Lebensbildern großer Dirigenten der letzten 150 Jahre nach: Hans von Bülow, Hans Richter, Arthur Nikisch, Gustav Mahler, Arturo Toscanini, Bruno Walter, Otto Klemperer, Wilhelm Furtwängler, Hans Knappertsbusch, Karl Böhm, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Sir Simon Rattle.

Das Besondere an diesem Buch ist, daß Rupert Schöttle diese Pultgötter oder gar -tyrannen einmal nicht aus der Sicht ihrer Fans und Hofberichterstatter darstellt, sondern so, wie sie von den Orchestermusikern und sonstigen „Insidern" erlebt wurden und werden. Dabei wird viel Überraschendes und Erschütterndes, Befremdliches und Rührendes, kurz: Allzumenschliches, über die vermeintlichen Heilsfiguren offenbart. Der Autor scheut sich nicht, auch die problematische politische Rolle manches großen Dirigenten zu thematisieren.

Und als Leser gewinnt man die desillusionierende Erkenntnis, daß der geradezu monströse Ruhm dieses oder jenes Pultstars nicht unbedingt seinem eigenen Können, sondern vor allem den unzähligen anonymen Orchestermusikern zu verdanken ist, die ihm mal mehr, mal (glücklicherweise) weniger folgten, oder seine Intentionen auch ohne sein Zutun noch umsetzten, wie es etwa die Wiener Philharmoniker bei der letzten Einspielung („Elektra") von Karl Böhm taten. - Oder den Aufnahmetechnikern der Plattenfirmen, die aus mehreren hundert Schnipseln mühsam eine Interpretation zusammenstückeln, für welche dann die unwissenden Rezensenten dem Maestro Kränze flechten. - Rupert Schöttles gescheites und humorvolles Buch ist auch ein Abgesang auf ein zu Ende gehendes Zeitalter: das der Idolisierung der Maestri.

Nachwort, Anmerkungen und ein umfangreiches Literaturverzeichnis runden den Band ab. Die buchbinderische Verarbeitung ist exzellent; das Buch ist fadengeheftet und auf feinstes Hochglanzpapier gedruckt.

Der Preis ist auch dadurch gerechtfertigt, daß dem Band eine Audio-CD von etwa einer Stunde Spielzeit beiliegt, auf der sich ungekürzte Tondokumente einiger großer Dirigenten befinden, unter anderem eine Aufnahme von den Berliner Philharmonikern unter Arthur Nikisch aus dem Jahr 1913.

Wer „Götter im Frack" genossen hat, sollte sich keinesfalls Rupert Schöttles anderes Buch, „Spötter im Frack" entgehen lassen. Es bildet eine Ergänzung zu dem großen Band, gleichsam das Dessert zum Menü, und versammelt, wie der Untertitel verheißt, „Skurriles aus dem Orchestergraben", Erlebnisse und Anekdoten aus dem Erinnerungsschatz vieler Wiener Philharmoniker, von denen einige auch meisterhafte Zeichnungen und Karikaturen beisteuerten - Porträts von Dirigenten, Kollegen und dem „gewöhnlichen Bagagi". - Das Vorwort „Über den Humor in der Musik" verfaßte Nikolaus Harnoncourt.

Der reich illustrierte Band in der gleichen hochwertigen Verarbeitung wie „Götter im Frack" hat 144 Seiten und das Format B x H 21,5 x 24,5 cm. „Spötter im Frack" ist ebenfalls im Verlag Bibliophile Edition Wien erschienen.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eín großartiges Buch 29. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Musiknoten
Wenn Sie sich auch schon oft gefragt haben, was den Nimbus eines Dirigenten ausmacht, sollten Sie dieses Buch einmal lesen. In zwölf Lebensbildern versucht Rupert Schöttle dieser Frage auf den Grund zu kommen. Und ganz nebenbei erfährt man wie es überhaupt zu der Erfindung dieses heute so hoch angesehenen Berufes gekommen ist. Einige der beschriebenen Titanen kenne ich nur vom Hören-Sagen und einigen alten Schallplatten. Besonders gut finde ich daher die beigelegte CD mit Hörbeispielen. Schmerzlich vermisst man eine Karajan Aufnahme, aber die Erklärung des Autors im Nachspann lässt vermuten, daß auch in der Musikwelt nicht immer alles eitel Wonne ist... Die Auswahl der Taktstockgrößen erscheint mir sehr gut überlegt und durch liebenswerte Anekdoten aufgelockert, ist dieses Buch überaus unterhaltsam und lesenswert. Ein wirklich kostbares Geschenk.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Doppelt desillusionierend 11. Januar 2004
Format:Musiknoten
Nach wertvollen Informationen über die bedeutenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts sucht der Musikinteressierte in diesem Buch vergeblich. Statt dessen verfolgt R. Schöttle hartnäckig und konsequent seinen Ansatz der desillusionierenden Entthronung der Maestri und überschüttet dabei seine Leser mit beiläufigen Anekdoten über Toscanini und Co., deren Richtigkeit allein aufgrund ihres Überlieferungscharakters aus Orchestermusikermunde nicht mehr nachzuvollziehen ist. Da wird beispielsweise erzählt, wie dem alten Otto Klemperer während eines Konzertes "ein Wind" entfuhr. Da erfährt man, wie Karl Böhm einen Wiener Sängerknaben mit einem Stück Nussschokolade zu bestechen versuchte, usw. Überhaupt: Das Kapitel über Karl Böhm ist der Gipfel der Einfalt. Hier lässt sich der Autor auf 12 Seiten über Böhms Proben-Marotten und sein zweifelhaftes Verhalten im Dritten Reich aus. Doch darüber, dass in ihm der in künstlerischen Angelegenheiten unbestechliche Richard Strauss den geeigneten Dirigenten seiner späten Opern erkannte und sich hieraus eine der fruchtbarsten Beziehungen zweier Musiker ergab, darüber verliert Schöttle kein Wort. Wo man nur blättert, man stellt es allenorts fest: Dem Autoren fehlt es an echten künstlerischen Einsichten und profunden historischen Kenntnissen. Das, was er hier dem Leser in Hochglanzformat (die Aufmachung des Buches hat den einen Stern verdient) serviert, ist nicht nicht mehr als die Sammlung unsäglicher Schmuddelartikel aus dem Munde eines desillusionierten Orchestermusikers für desillusionierte Konzertgänger.
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