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Gösta Berling. Roman
 
 
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Gösta Berling. Roman [Taschenbuch]

Selma Lagerlöf
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 391 Seiten
  • Verlag: Dtv (1962)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342312461X
  • ISBN-13: 978-3423124614
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,1 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 429.663 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Selma Lagerlöf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Literaturnobelpreis 1909

O Gott, Herr Pfarrer! Das mag sich mancher denken, der die Geschichte vom aufsässigen Pfarrer Gösta Berling liest. Ein bewegtes und bewegendes Auf und Ab ist das Leben des Titelhelden, der, wegen Trunksucht des Amtes enthoben, zum Bettler, dann zum Gutsherrn und nach abermaligem Absturz zum Retter der Armen wird. Seit seinem Erscheinen hat dieser Roman nichts von seinem Zauber und seiner Originalität eingebüßt.

Über den Autor

Selma Lagerlöf , geboren 1858 auf dem Familiensitz Mårbacka und dort 1940 gestorben, war zehn Jahre lang Lehrerin, danach freie Schriftstellerin. Für »Gösta Berling« erhielt sie 1909 den Literatur-Nobelpreis und wurde als erste Frau Mitglied der Schwedischen Akademie.

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Bei dem Werk "Gösta Berlings Saga", wie das Buch im schwedischen Original heißt, hat Selma Lagerlöf 1891 einen literarischen Schnappschuß des ausgehenden 19. Jahrhunderts gemacht. Obwohl auf das Wermland beschränkt, beschreibt sie in den vielen kleinen Geschichten die Sitten und Zeitvertreibe der Oberschicht und aber auch einige Geschichten von den Bewohnern eines schwedischen Dorfes. Von Tanzbällen, Kutschenfahrten, Romanzen und Zwischenmenschlichem wird einfühlsam und mit Liebe zum Detail berichtet. Im Mittelpunkt dieser ursprünglich teilweise wöchentlich publizierten Geschichten steht aber nicht nur Gösta Berling, sondern eine feste Gruppe von 12 Personen eines Kavaliershofs, einige Frauen, Glaube und Aberglaube.
Mit erstaunlichem Scharfblick hat Selma Lagerlöf Interaktionen und menschliche Beziehungen lange vor der "Entdeckung" der Psychoanalyse beobachtet und sie sehr bildhaft dargestellt. Nicht nur der von Wein, Weib und Gesang verführte und an einem redlichen Leben gehinderte Gösta ist schlüssig dargestellt, sondern auch Krisen zwischen Töchtern und Vätern oder schlimmste Eifersüchteleien und Intrigen zwischen Frauen, die, erst "beste Freundinnen" sich plötzlich gegenseitig verraten und die Augen auskratzen. Ebenso im Visir sind die ewig gleichen Problemen zwischen den als unzulänglich empfundenen Freiheiten der Männer innerhalb einer Ehe (weshalb sie am Kavaliershof bleiben) und der (unsinnigen?) Opferbereitschaft der Frauen.
Mythos und Aberglauben aus der vorchristianisierten Zeit fliessen immer wieder in die Geschichten ein und lenken die Protagonisten, um dann doch mit rational erklärbaren Auflösungen den Episoden eine moderne Wendung zu geben.

Etwas anstrengend ist es den Roten Faden zwischen den Geschichten zu verfolgen, deren Gesamtvolumen ihre volle Intensivität nicht unbeding bei oberflächlichem Lesen zur reinen Entspannung entfalten. Wie die skandinavischen Sagas auch empfiehlt sich die Lektüre besonders für lange Winternächte, wenn man eingeschneit vor dem Kamin sitzt und sich vielleicht sogar gegenseitig vorliest.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schweden pur !!! 14. Februar 2003
Format:Taschenbuch
Kann sich noch jemand an Nils Holgerson und seine wunderbare Reise mit den Wildgänsen erinnern? Die pitoreske Schilderung der Landschaft, die witzigen und oft auch obskuren Figuren und die fast ans realistische grenzende Mythenwelt, es ist einfach ein Genuss, ein Abtauchen in die Kindheit, ein sich fallen lassen in die Unbekümmertheit, ein Vergessen des altäglichen Überdrusses.

Gösta Berling ist eine Analogie zu dem oben geschilderten.
Selma Lagerlöff bedient sich der (heute noch in Schweden myhstischen) Figur Gösta Berling (ein zum Trinken neigender Pfarrer, der sein Ordinat verlässt, um als Renegat Schweden [das Wermland] zu durchwandern), um den Leser auf einer phantastische Reise durch das Wermland zu begleiten.
Die Beschreibungen der Landschaft und der Personen ist so eindrucksvoll und plastisch, dass sich der Leser mitten unter ihnen fühlt.

Ähnliches ist mir nur von Herrmann Hesse und Jean-Jacques Rousseaues Bekenntnissen bekannt.

Die unzähligen Geschichten werden von der Hauptfigur Gösta Berling bekleidet, dessen seelisches Auf und Ab ihn in die verrücktesten aber auch liebenswürdigsten Situation befördert.
Man hofft eigentlich, dass dieses Buch kein Ende nehemen wird, genau wie bei den Märchenbüchern in meiner Kindheit.
Man leidet mit den Personen, man freut sich ihres Glückes wegen, es ist einfach wunderschön.
Das Buch bietet einem in der Tat einen tiefen Einblick in die schwedische Seele, in seine Mythenwelt und in seine religiösen Ansichten über Gott und Teufel. Oft erscheint es dem Leser als würde man Goethes Faust auf einer Reise durch Schweden bekleiden, hin und her gerissen von den Verlockungen des Teufels und seinem Gewissen, der Moral und Tugenhaftigkeit.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pj VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Dieses Buch packt mich immer wieder und ich kann es nach vielen Jahren immer noch nicht so recht greifen. Unbestritten ist der Schreibstil von Selma Lagerlöf brilliant und verdient 5 glatte Sterne. Die Art, wie sie Sage und Erzählung miteinander verbindet, wie scheinbar lose Elemente zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden, ergeben ein dicht gewebtes Netz, welches den Leser gebannt hält. Ähnlich wie in Nils Holgerson gibt sie dem Land Schweden und seinen Wäldern, Seen und Flüssen Character und Emotionen welche mit den Menschen zusammentreffen und eine gemeinsam Dynamik entwickeln - mat vereint, mal im Kampf. Ihre Beschreibungen sind überwältigend, und man meint stellenweise die Wälder rauschen und das Wasser donnern zu hören oder aber die milde Maibrise beim Lesen auf der Haut zu spüren. Aber auch die Beschreibungen von Bällen, Markttagen und Gottesdiensten sind so intensiv, daß man zumindest den inneren Film sieht, wenn man nicht gar meint dabei gewesen zu sein.

Allerdings ist das Buch keine geschlossene Geschichte, sondern eher eine Aneinanderreihung von empathisch geschilderten Begebenheiten, welcher die Person des Gösta Berling als Träger zu dienen scheint. Gösta selbst ist fast schon ein Zufallsprodukt und das Buch ist de facto weit entfernt davon, ein Entwicklungsroman zu sein, was man - zumindest laut Klappentext - erwarten könnte. In Nils Holgerson war Selma Lagerlöf radikaler, da hat sie Nils klar zur Randfigur werden lassen und beschreibt anhand seiner Reise ihr geliebtes Land mit allen Sagen und Figuren. In Gösta Berling ist sie noch nciht so weit gegangen, der Trend ist aber schon zu erkennen.

Vor Gösta Berling sollte man sich wohl gut überlegen, was für ein buch man lesen möchte. Wenn man bereit ist, sich in eine fast schon phantastische Welt der Sagen und Naturgötter zu begeben, der feurigen Liebe und der tiefen Boshaftigkeit, eine Welt in der die Menschen ganz logisch mit diesen Elementen zusammenleben, dann ist das Buch herrlich. Auch Leser, die sich von Naturbeschreibungen fesslen lassen, kommen auf ihre Kosten. Wer aber die sozial geprägte und reelle Geschichte eines Mannes im Schweden des 19. Jahrhunderts erwartet, dem sei dieses Buch abgeraten.

Interessant ist übrigens, daß Selma Lagerlöf selbst eine sehr nüchterne Frau war und so schafft sie es immer wieder, dem Leser selbst offen zu lassen, was er glaubt und warum sich die Menschen vielleicht gewisse Dinge vorstellen. Der Schlußsatz ihres Buches ist vor diesem Hintergrund wirklich brillant, gibt er dem Leser doch komplett die Verantwortung für das, was er glaubt oder nicht zurück. Aber dieser sei hier nicht verraten.
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