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Görings Revier: Jagd und Politik in der Rominter Heide
 
 
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Görings Revier: Jagd und Politik in der Rominter Heide [Gebundene Ausgabe]

Uwe Neumärker , Volker Knopf
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Uwe Neumärker und Volker Knopf haben die Geschichte der Rominter Heide zwischen Freizeitvergnügen und Schauplatz historischer Entscheidungen recherchiert und in einem üppig bebilderten Band zusammengefasst. Damit entreißen sie ein weiteres Objekt der NS-Selbstrepräsentation nüchtern und sachlich dem Nebel der Geschichte und damit der Mythologisierung. (Die Welt)

Mit diesem Buch ist Neumärker und Knopf ein Werk gelungen, das weder biografische Studie noch kulturgeschichtlicher Essay sein will und sowieso nicht als Lektüre für Jagdliebhaber oder Ostpreußen-Nostalgiker gedacht ist. (...) »Görings Revier« bietet nichts weniger als einen fundierten Einblick in die Komplexität der Geschichte Ostpreußens, ist eber ebenso eine Studie über die Herrschaftspraxis des NS-Regimes. (ZfG (Zeitschrift für Geschichtswissenschaft))

Kurzbeschreibung

Die Rominter Heide in Ostpreußen war von alters her bevorzugtes Jagdgebiet derjeweiligen Landesherren. 1890/91 ließ sich Kaiser Wilhelm II. dort ein Jagdschlosserrichten, wo er bis 1913 jeden Herbst einkehrte und ab 1900 den jährlichen Marinevortraghielt. Ganz in der Nähe ließ sich 1936 auchder jagdversessene Hermann Göring ein Anwesen erbauen, den Reichsjägerhof Rominten, und nutzte es neben der Jagdfür informelle politische Besprechungen mit ausländischen Gästen. Im Zweiten Weltkrieg diente der Reichsjägerhof Göring als »Gefechtsstand« für die »Luftschlacht um England« und als Quartier während des »Russlandfeldzugs«, bis er 1944 zerstört wurde. Seit Kriegsende verläuft die Grenze zwischen Polen und der Russischen Föderation querdurch die Rominter Heide. Dieser mit vielen seltenen historischen Fotos ausgestattete Band behandeltdie bewegte Geschichte der Jagdhäuser und der politischen Ereignisse,die hier ihren Ausgang nahmen.

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Format:Gebundene Ausgabe
'Jagd ist die Kunst, Wild zu hegen, bis es alt genug ist, damit es unter hohen Strapazen, hohen Kosten und viel Zeitaufwand wieder aufgespürt und erlegt werden kann', spottete der Schriftsteller Alfred Stampfel. Reichsjägermeister Hermann Göring scheute weder Kosten noch Mühen, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Dafür ließ er sich 1936 extra ein eigenes Anwesen in den Rominten, dem ostpreußischen Jagdparadies, erbauen. Schon lange galt das riesige Wald- und Seengebiet als bevorzugtes Rotwildrevier der Hohenzollern. Kaiser Wilhelm II. kaufte Ende des 19. Jahrhunderts sämtliche Ländereien auf und errichtete am Ufer der Rominte ein Jagdhaus im skandivanischen Blockhausstil. Als die Nazis unter Göring das Areal in Beschlag nahmen, weigerte sich der Kaiser partout, dem Reichsmarschall das Jagdschloss zu überlassen. So entstand sechs Kilometer nördlich davon auf einem 15 Meter hohen Steilhang der Reichsjägerhof, dessen Geschichte sich Göring-Experte Volker Knopf und der Geschäftsführer des Berliner Holocaust-Denkmals Uwe Neumärker in ihrem Buch 'Görings Revier: Jagd und Politik in der Rominter Heide' widmen.

Architekt des nicht ganz so mächtigen Gebäudekomplexes wie Carinhall in der Schorfheide war der Regierungsbaurat Friedrich Hetzelt. Während der folgenden Jahre gaben sich hier im gediegenen Ambiente mit Eisenleuchtern, Geweihen und Hirschgemälden Staatsgäste und Spitzen aus Politik, Wehrmacht, Luftwaffe und Industrie die Klinke in die Hand. Göring verband das Nützliche mit dem Angenehmen und verlegte diplomatische Gespräche und Sondierungen in die ungezwungene Atmosphäre während der Pirsch. Er selbst erlegte in der Rominter Heide viele kapitale Hirsche, etwa den 'Raufbold'. Von diesem wurde 1937 eine überlebensgroße Plastik vor dem Haupteingang zur Internationalen Jagdausstellung in den Berliner Messehallen aufgestellt, die seit 1970 an der Freilichtbühne des Berliner Tierparks steht. Im Jahr 1942 schoss Göring sogar den seinerzeit weltstärksten Hirsch, den 'Matador'. Über das Jagdglück seiner hochrangigen Besucher freute sich der Reichsmarschall allerdings weniger. Als Generalfeldmaschall Walther von Brauchitsch im Herbst 1941 den 'Eggenhirsch' zur Strecke brachte, ordnete Göring an, dass solche kapitalen Hirsche zukünftig nur ihm vorbehalten sein sollten.

Vom Jägerhof koordinierte er als Oberbefehlshaber der Luftwaffe den Bombenkrieg gegen England und zog sich während des Russlandfeldzugs ganz auf das Anwesen zurück. Als jedoch Partisanen im Umland gesichtet wurden und sogar ein Fahrzeugkonvoi der Göringschen Hofwache unter Beschuss geriet, schlug der Reichsjägermeister sein Nachtquartier aus Sicherheitsgründen im etwa zehn Kilometer nördlichen geparkten und streng bewachten Sonderzug 'Asien' auf. Nachdem sich Göring aus der Rominter Heide zurückgezogen hatte, steckte die Wehrmacht am 20. Oktober 1944 auf seinen Befehl hin den Reichsjägerhof in Brand, ließ jedoch das Jagdschloss unversehrt. Tags darauf nahm die Rote Armee das Gelände ein. Heute zeugen nur noch einige Reste der Toreinfahrt vom einstigen Prachtsitz.

Der Band enthält viele seltene historische Aufnahmen und recherchiert die bewegte Geschichte der Rominter Heide zwischen Freizeitvergnügen und Schauplatz politischer Ereignisse. Den Autoren gelingt es, einen weiteren Ort der NS-Selbstinszenierung sachlich zu entmythifizieren und einen interessanten Einblick in ein Kapitel ostpreußischer Geschichte zu geben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hochinteressant! 20. September 2010
Von HK
Format:Gebundene Ausgabe
Hochinteressant, wie Göring sich, egal was in der Weltgeschichte so lief, der Jagd, und dieses Gebietes besonders, angenommen hat!

Keine Jagdstories, kein politisches Buch, aber hoch interessant und mit vielen, mir bisher unbekannten Informationen. Zeigt auch Charakterzüge Görings, wie etwa seinen "Schussneid", auf!

Hermann
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