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Gödel, Einstein und die Folgen: Vermächtnis einer ungewöhnlichen Freundschaft
 
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Gödel, Einstein und die Folgen: Vermächtnis einer ungewöhnlichen Freundschaft [Gebundene Ausgabe]

Palle Yourgrau , Susanne Kuhlmann-Krieg , Kurt Beginnen
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 234 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2 (14. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406529143
  • ISBN-13: 978-3406529146
  • Originaltitel: A World Without Time
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 109.591 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Palle Yourgrau
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Einstein-Jahr 2005: 50. Todestag. 100 Jahre Relativitätstheorie
Einfühlsam und sachkundig erzählt Palle Yourgrau von der Freundschaft zweier Genies, von ihrer Leidenschaft und Faszination für ihre Ideen und Überzeugungen und vom vergessenen Erbe dieser einzigartigen Beziehung. Die enge und lange Freundschaft zwischen Kurt Gödel und Albert Einstein zählt zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts. Beide lebten, nachdem sie das nationalsozialistische Deutschland und Österreich verlassen hatten, im wissenschaftlich-intellektuellen Eldorado Princetons. Fast täglich spazierten sie gemeinsam vom Institute for Advanced Studies nach Hause und waren sich in vielen Ansichten über Physik, Philosophie und Politik einig, so z.B. über die einstmals so allseits bewunderte deutsche Wissenschaft, die nun unwiederbringlich verloren war.
Vor diesem Hintergrund verblüffte Gödel 1949 mit einem erstaunlichen Beweis: "In jedem Universum, das sich mittels der Relativitätstheorie beschreiben läßt, gibt es keine Zeit." Ein Satz wie ein Fallbeil, denn Gödel behauptete damit nichts Geringeres als die Nichtexistenz der Zeit. Einstein war darüber sehr bestürzt, stimmte Gödel aber dennoch zu, weil es ihm nicht gelang, Gödels schockierenden Satz zu widerlegen, woran sich bis heute nichts g eändert hat. Doch merkwürdigerweise betreiben selbst die heutigen Kosmologen und Philosophen ihre Arbeiten so, als hätte Gödel jenen Beweis nie geführt. Ein ebenso rätselhafter wie skandalöser Befund.

Über den Autor

Palle Yourgrau ist Professor für Philosophie an der Brandeis University (USA).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gödel und das Wesen der ZEIT 13. Dezember 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Dem Autor Palle Yourgrau verdanken mit diesem Werk wir einen wichtigen Einblick in das Dilemma der modernen Weltsicht. Kurt Gödel, der geniale österreichische Mathematiker und Logiker, befasste sich nach WWII in seinem Exil in Princeton/USA mit dem Wesen der Zeit auf Basis seiner platonistischen Denkweise.

Gödels überraschende Schlussfolgerung: Wenn Einsteins Relativitätstheorie richtig ist, gibt es keine ZEIT; d.h. jene Zeit, die wir in unserer Alltagserfahrung empfinden, ist Illusion. Gödel bewies dies durch vollständige
Geometrisierung der Einstein`schen Raumzeit, wobei er ein Modell eines Universums zeigte (das sog. "Gödel-Universum") - das sowohl mit der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie vereinbar ist - in der ZEITREISEN in die Vergangenheit möglich sind. Gödels Schluss von einer solchen notwendigerweise möglichen Welt auf die real existierende Welt war eine intellektuelle Meisterleistung:

Da nicht sein kann, dass es in UNSEREM Universum "ZEIT" gibt, während sie in diesem möglichen Universum NICHT existiert, kann es auch in unserer Welt keine ZEIT geben. "Das zu leugen", schloss Gödel, "wäre so, als würde man behaupten, dass die Frage, ob es einen objektiven Zeitverlauf gibt (d. h. ob eine ZEIT im gewöhnlichen Sinne des Wortes existiert oder nicht), von der besonderen Weise abhängt, in der Materie und Bewegung in der Welt angeordnet sind". Er gibt zu bedenken, dass "eine philosophische Anschauung, die zu solchen Konsequenzen
führt, kaum als befriedigend erachtet werden kann".

Leider hat es Gödel unterlassen, zu erörtern, WARUM eine solche Weltsicht "nicht befriedigend" wäre, und WELCHE Konsequenzen eine derartige Behauptung, basierend auf eventuellen späteren neuen Erkenntnissen, mit sich ziehen würde..

Nach Gödel können wir demnach eine Welt haben, in der es eine Zeit gibt, oder eine Welt, in der es Existenz gibt - beides aber nicht. Und da "Existenz" ein nicht-relativierbarer Begriff ist, bleibt nur letzteres...

Damit relativiert sich aber der Platonismus, der von allem Anfang darauf bedacht war, "alles auch nur entfernt >Zeitliche< aus der Mathematik herauszustellen" (so Yourgrau) selber. Klar; denn die Kluft zwischen Alltagserfahrung und mathematisch begründbaren Ergebnissen wird UNÜBERBRÜCKBAR.

Das Buch ist ein MUSS für jedermann, der sich mit dem Grenzbereich zwischen Mathematik und Physik auf der einen Seite, und Philosophie und Erkenntnistheorie auf der anderen Seite, befasst. Unbedingt zu empfehlen!

War diese Rezension für Sie hilfreich?
25 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Einstein und Gödel: zwei schillernde Persoenlichkeiten. Ersterer hat unser physikalisches Weltbild erschüttert (spezielle und allgemeine Relativitaetstheorie), letzterer hat ein Erdbeben in der Mathematik ausgeloest (Gödelscher Unvollständigkeitssatz). Um so faszinierender, dass beide Maenner eine Freundschaft verband, die zu einer kuriosen Entdeckung Gödels fuehrte: nach den von Einstein formulierten Gesetzen der allgemeinen Relativitaetstheorie kann ein "rotierendes" Universum existieren, in welchem Zeitreisen in die Vergangeheit moeglich sind. In einem kurzen Aufsatz vertrat Gödel spaeter sogar die Auffassung, allein diese theoretische Moeglichkeit von Zeitreisen wuerde das Konzept einer "vergehenden" Zeit insgesamt in Frage stellen.

Das klingt spannend und wirft sofort Fragen auf wie: wogegen rotiert ein Universum, wenn es nicht ausserhalb desselben gibt? Wieso und wie genau koennen in einem rotierenden Universum Zeitreisen realisiert werden? Und was waeren die Konsequenzen solcher Zeitreisen?

Doch wer in der Hoffnung naeheres zu erfahren zu dem Buch von Palle Yourgrau greift, duerfte mit ziemlicher Sicherheit enttaeuscht werden: der Autor ist Philosoph und unternimmt in seinem Buch keine Versuche, die naturwissenschaftlichen Zusammenhaenge von Gödels Entdeckung zu erhellen: mehr physikalisches, als ich oben geschrieben habe, ist auch in dem Buch kaum zu finden. Im Gegenteil: schon bei den elementaren Grundlagen der Relativitaetstheorie scheint der Autor verloren - so behauptet er beispielsweise, die spezielle Relativitaetstheorie waere fuer die Beschreibung beschleunigter Bewegungen generell ungeeignet - ein krasser Irrtum.

Doch auch wenn es an die philosophischen Fragestellungen geht, rezitiert der Autor viel und erklaert wenig. Wieso zum Beispiel die Denkbarkeit von etwas - zumindest aus Sicht des Philosophen - dessen Existenz erzwingt, waere schon einiger Erlaeuterungen wuerdig. Doch auch hier bleibt alles im Raume stehen.

Bleibt noch der biographische Gehalt des Buches, der auch nur sehr fragmentarisch ist, so dass der Leser mit einer der zahlreichen Einstein oder Gödel Biographien sicher besser bedient ist.

Fazit: ein interessantes Thema, aber leider ein Buch das die Neugierde nicht befriedigt. Schade.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Interessant 30. April 2006
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Yourgrau ist ein amerikanischer Philosoph und nimmt sich des Mathematikers und Philosophen Kurt Goedel an. Goedel lebte zwischen 1910 und 1980, zuerst in Deutschland und der Schweiz, dann in den USA. Er war zeitlebens interessiert an Logik und auch an Physik und befasste sich zuerst mit der Frage nach der Vollstaendigkeit der Arithmetik. Dort konnte mit der feinen Unterscheidung von intuitiver Arithmetik, formaler Arithmetik und metaformaler Arithmetik zeigen, dass man innerhalb eines Axiomensystems nie alle Saetze zweifelsfrei beweisen kann.

Spaeter in seinem Leben wuerde er sich ferner mit der Kontinuumshypothese befassen, die besagt, dass die naechst hoehere mathematische Unendlichkeit (Maechtigkeit) nach den natuerlichen Zaehlen schon die Maechtighkeit der reellen Zahlen ist.

Ein weiterer wichtiger Forschungsschwerpunkt seines Lebens war die Allgemeine Relativitaetstheorie (ART) Einsteins, den er in Princeton (USA) kennenlernte. Goedel fand eine moegliche Loesung der ART, ein rotierendes Universum, in dem die Zeit geschlossene Kurven bilden kann (also keine echte eindeutige Anordnung der Ereignisse mehr zuliess). Daraus folgerte Goedel (zurecht nach Meinung Yourgraus), dass die Zeit nicht existiere - weder in dieser einen Loesung noch in irgendeiner (denn Anordbarkeit von Ereignissen bildete die zentrale Zeitdefinition Goedels).

Yourgrau ist begeisterter Goedel-Anhaenger. Neben vielen netten historischen Anekdoten aus Einsteins und Goedels Leben verteidigt er Goedels Status als Philosoph und dessen Ideen mit geradezu fanatischem Eifer. Alle anderen Philosophen und Physiker, die (meines Erachtens zurecht) Goedels Folgerungen einer Nichtexistenz der Zeit mit guten Gegenargumenten anzweifeln - sind in Yourgraus Augen Ignoranten.

Aber gut, laesst man sich auch einmal ganz auf Goedels Gedanken ein (die hier sehr populaerwissenschaftlich-nett und doch recht praezise dargestellt sind), so kann man nur gewinnen an dessen interessanter Fragen- und Anschauungswelt.

Als interessantes historisches und populaerwissenschaftliches Buch ist dieser Band empfehlenswert, allerdings darf man einige der Interpretationen Goedels und Yourgraus ruhig hinterfragen und anzweifeln. Als eine mathematische Loesung der ART aber ist Goedels Universum interessant (die Folgerungen vielleicht ueberschaetzt), und auch sein Loesungsansatz zur Vollstaendigkeitshypothese verdient Beachtung.

Interessant und lesenswert.
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