Bereits in ihrem zauberhaften Roman "Der Zitronenbaron" entführte Cristina Camera ihre Leser stimmungsvoll nach Sizilien.
"Die Gärten der Villa Sabrini", ihr jüngster, vor wenigen Tagen erschienener Roman, steht dieser Magie in nichts nach.
Susanna ist Kunstauktionatorin in München. Eines Tages erhält sie ein rätselhaftes Bild aus Italien, das einen Ausschnitt aus dem berühmten Gemälde "Die Geißelung" von Piero della Francesca zeigt. Nicht nur das Motiv gibt Rätsel auf, Susanna hat auch Grund zu der Annahme, dass das Bild gefälscht ist. Sie reist nach Florenz und stellt Nachforschungen über den Maler und die Besitzverhältnisse des Gemäldes an. Dabei lernt sie Ettore Lanzi kennen, den Erben einer Florentiner Schmuck-Dynastie, der sich wie sie für den Künstler interessiert. Mehr und mehr gerät Susanna in Verstrickungen, denn das Bild scheint in dunkles Geheimnis zu bergen, das eng mit dem Leben Ettores und den Geschicken seiner alt eingesessenen Florentiner Familie verbunden ist.
Cristina Camera hat das große Talent, wunderbare Bilder zu entwerfen, die einen Film vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen lassen. Gleichsam begibt man sich mit ihr auf Reisen: Mit den Augen Susannas bestaunt man die Architektur Florenz, fällt der Blick auf herrliche Palazzi und duftende Gärten. Auch ein literarischer Gaumenschmaus ist dieser Roman: Toskanische Köstlichkeiten zergehen auf der Zunge, etwa die schwarze Schokolade des legendären Cafés Rivoire. Ebenso fesselnd sind die kunsthistorischen Bande, die Cristina Camera knüpft: Die Sprachkraft der Autorin verleiht der "Geißelung" Plastizität und erzählt packend die außergewöhnliche Geschichte von Werk und Künstler. Nicht weniger eindrücklich stellt sie die Familiengeschichte von Ettore Lanzis Clan vor, reich an erhebenden wie an tragischen Momenten. Cristina Camera nimmt viele spannende Erzählfäden auf und verwebt sie höchst kunstvoll miteinander. Sie vermag den Erzählbogen immer weiter zu spannen, es kommt zu einem Höhepunkt in Florenz und einem Show Down in München, den man am gerne mehrfach liest, so anrührend ist er gelungen. Äußerst ungern kommt der Leser zum Ende dieses hinreissenden Romans, den man beglückt über so viel köstliche wie kunstsinnige und in Bann haltende Unterhaltung schließt: Kunst und Kulinaria, Preziosen und Geschmeide, Liebe und Leidenschaft sind auf wunderbare Weise dargeboten in den Gärten der Villa Sabrini". Von Susanna und Ettore läse man gerne noch mehr, cara Cristina Camera!