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Paradiese auf Erden heißt der Untertitel dieses Buches über
Gärten des Orients, und das nicht von ungefähr: Schon im Koran nimmt der Garten eine herausragende Stellung ein als Bild des Paradieses. Das Element Wasser hat als Kontrast zu der meist wüstenähnlichen Umgebung eine besondere Bedeutung -- Brunnen oder Wasserkanäle fehlen in keinem Garten.
Doch ein anderer Punkt sticht sofort ins Auge: Die Gärten und Parkanlagen sind streng formal gegliedert und stehen in starker Verbindung zur Architektur. Mauern, Tore und Paläste oder auch andere Gebäude begrenzen. Lebloser Stein, wenn auch oft filigran bearbeitet oder mit Mosaiken verziert, stellt das Gleichgewicht zu den lebenden Pflanzen dar und trägt somit zum typischen Erscheinungsbild der islamischen Gärten bei. "Das Paradox der islamischen Kunst: innerhalb der formalen Grenzen das Grenzenlose sichtbar machen, im Eingefaßten das Unfaßbare aufscheinen lassen." So faßt Stefano Bianca diese Erscheinung in seiner Einführung zusammen.
Das Buch führt in seinen vier Teilen durch mehrere Jahrhunderte und Kontinente, indem Gärten in Spanien, Marokko, Syrien und Indien/Pakistan vorgestellt werden. Die einzelnen Gärten werden bis ins Detail porträtiert, wobei oftmals eine Skizze der gesamten Anlage den ganzseitigen Abbildungen vorangestellt wird.
In eine regelrechte Märchenwelt entführen die hervorragenden Photographien von Dieter Zoern. Die vielen ganz- und doppelseitigen Bilder stellen den Hauptbestandteil dieses Buches dar, die kurzgehaltenen, aber dennoch aussagekräftigen Texte beschränken sich auf das Wesentliche und treten demgegenüber in den Hintergrund.
Reiseinformationen zu den beschriebenen öffentlich zugänglichen Gärten runden das Buch ab und laden dazu ein, sich mit der Thematik vor Ort zu beschäftigen. --Dr. Astrid Lux-Endrich
Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Die Zeit, 20.04.2000
Auf der Suche nach Inspiration fürs eigene Werkeln im Garten hat sich Jürgen Dahl vier Gartenbücher angesehen. Um es gleich vorweg zu sagen: Fündig wurde er dabei nicht. Das Klima in Deutschland erlaubt nun mal keine exotische Blütenpracht.
1) Charlotte Seeling: "Frauen und ihre Gärten" (Gerstenberg Verlag)
Dahl kann an diesen Gärten nichts spezifisch weibliches entdecken. Nur die Gärtnerinnen hätten etwas gemeinsam: Sie waren "überwiegend schön und wohlhabend". Die Schönheit ihrer Gärten schiebt er allein auf das mediterrane Klima.
2) Bill Laws: "Künstler und ihre Gärten" (Knesebeck Verlag)
Bei den Künstlergärten macht der Rezensent eine Verbindung zwischen Biografie, Garten und Werk aus. Die Wechselbeziehung zwischen diesen habe der Autor "unangestrengt verwoben" lobt Dahl. Auch die historischen Hintergründe würden mitgeliefert, berichtet Dahl und nennt als Beispiel die Beschreibung von Frida Kahlos "mexikanischem Nationalstolz".
3) Christa von Hantelmann (Hrsg.): "Gärten des Orients"
Hier lobt Dahl nur kurz die "schönen Beispiele" und erwähnt, dass man die im Buch vorgestellten Gartenanlagen in Marokko, Spanien, Indien und Syrien auch besuchen kann.
4) Sean Sexton: "Das wundersame Pflanzenreich des Charles Jones" (Verlag Frederking und Thaler)
Über diesen Band freut sich Dahl besonders. Der englische Gärtner Charles Jones (gestorben 1958) hat um die Jahrhundertwende nur zu seinem eigenen Vergnügen Gemüse und Früchte fotografiert. Diese Bilder hat der Fotohistoriker Sean Sexton auf einem Flohmarkt in London entdeckt und zu einem Bildband zusammengestellt, erzählt Dahl. Entzückt über das "faszinierende Rätselbuch" preist der Rezensent mit bewegenden Worten Jones` Schwarz-Weiß-Bilder von Lauch, Kohl und Äpfeln.
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