Aus der Amazon.de Redaktion
So ganz einfach ließen sich Jimmy Eat World noch nie eintüten und mit Futures klopft die eigentliche Indie-Band erneut an Stadiontüren. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie sich von Plattenfirmen an der Nase rumführen ließen. Weit entfernt sind Jimmy Eat World aber auch davon, szenekompatibel zu werden. Das Quartett kommt aus Mesa in Arizona, hat aber nichts mit der Wüstenrockern wie Giant Sand oder Calexico gemein, sie stehen bewusst alleine da. Außerdem sind die vier Highschool-Absolventen aus gutbürgerlichem Hause komplett frei von Rockerattitüden, schlechten Manieren und Lust auf Eskapaden -- ein Geheimnis ihres unglaublichen Erfolges. Vielleicht sind JEW manchmal sogar zu brav, denn um keine Gefühle zu verletzen, haben sie freiwillig ihr Album Bleed American nach dem 11.September in Jimmy Eat World umbenannt. Da kann man nun drüber denken, was man will...Futures jedenfalls knüpft musikalisch nahtlos an diesen Millionenseller an. Ohne mit großen Überraschungen daher zu kommen, wechseln die US-Boys geschickt das Tempo und bringen mit ihren emotionalen Schwankungen zwischen Licht und Schatten die Gefühle in Wallung. Nie entsteht dabei aber der Eindruck, dass sie dabei das Gleichgewicht verlieren könnten. Weder können ihnen zerstörerische Kräfte etwas anhaben, noch verlieren sie die Bodenhaftung. Jimmy Eat World sind eben die netten Jungs von nebenan. --Sven Niechziol
kulturnews.de
Jimmy Eat World haben Emo ausverkauft. Doch immerhin haben sie ja auch lange im Untergrund gespielt und mit fantastischen Platten wie "Static Prevails" oder "Clarity" das Genre veredelt. Warum sollen sie MTV jetzt nicht die Klischeeclips und Posen geben, die verlangt werden? "Futures" knüpft unmittelbar ans Erfolgsalbum "Bleed American" an. Die Platte ist ihnen nicht leicht gefallen; mitten in den Aufnahmen ersetzten sie Stammproduzent Mark Trombino durch Gil Norton (Pixies, Foo Fighters). Am Ende werden Hochglanz-Rockisten aber wieder lieben, was sie bekommen: Halbschnelles mit Pop-Appeal ("Work", "The World you love"), großformatige Balladen ("Drugs or me", "23") und NuRock-Kracher ("Futures", "Pain"). Die vier Jungs brauchen sich weiter um Hotel- und Drogenpreise keinen Kopf zu machen. Verdammt schade ist das trotzdem. (cs)
Produktbeschreibungen
FUTURES