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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ja, es ist ein Gibson, 28. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Futurematic. (Taschenbuch)
Was soll man sagen? Es ist ein typisches Gibson-Buch. Das ist vielleicht auch der Punkt, den man ankreiden kann: Gibsons Schreibstil weist seit seinen ersten Kurzgeschichten keine Entwicklung auf: in Popart-stiligen Schnitten zeichnet er Detaileindrücke, läßt vieles ungesagt, nur angedeutet. Gibson ist "Erfinder" des Begriffes 'Cyberspace' - diese Visionäre Entwicklung im SF-Genre konnte er seit seinem "Neuromancer" leider nicht fortsetzen, darum gilt dieses Buch weiterhin als sein Meilenstein in der SF-Geschichte, auch wenn es nicht sein bestes Werk sein mag. Dies alles stört den typischen Gibson-Fan wie mich aber nicht - mich fasziniert, wie er es schafft, zwischen den Zeilen zu schreiben, denn wenn man genauer hinsieht, schreibt Gibson Geschichten über Menschen - er benutzt technische Begriffe, deren Bedeutung man sich erst herleiten muß, um unterschwellig, fast nebensächlich (s)ein Bild einer pervertierten Zukunft zu zeichnen (Paradebeispiel hierfür: die ersten 2 Seiten seines Romans "Biochips", in denen der Protagonist faktisch getötet wird, er aber in stoischer Ruhe von seiner Wiederherstellung berichtet.). Das ist es, was seine Romane für mich so interessant macht! So bleibt viel Raum für die eigene Phantasie, ohne allerdings orientierungslos zu sein. Fazit: für mich ist absolut jeder Gibson lesenswert, auch wenn die Geschichte vielleicht nicht die Qualitäten seiner visionären Erstlingswerke aufweist!
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für alle Gibson Fans ..., 4. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Futurematic. (Taschenbuch)
Colin Laney mag auf den ersten Blick vielleicht keinen besonderen Eindruck hinterlassen; er ist schwer krank, häufige Fieberkrämpfe schütteln seinen Körper und seine Behausung ist sicherlich auch kein Anlaß zu Begeisterungsstürmen; er lebt in einem Pappkarton auf dem Flughafen in Tokio. Aber wie so oft sollte man sich von seinem ersten Eindruck nicht täuschen lassen; Laney ist ein Netzläufer und verfügt über eine seltene Gabe - er kann Knotenpunkte in den weltweiten Datenströmen entdecken. Diese Knotenpunkte deuten sich immer dann an, wenn die menschliche Gesellschaft sich fundamental verändert. Wir alle erinnern uns ja noch an den letzten Knotenpunkt 1911. Ihr erinnert euch nicht? Kann schon sein, denn so ein Knotenpunkt muß nicht unbedingt etwas revolutionäres, offensichtliches sein, er kann ganz unauffällig daher kommen und seine Auswirkungen sind wahrscheinlich eher subtil. Auch Laney weiß nur, daß einer kommen wird - wann genau, woran man ihn erkennt oder in welche Richtung die Menschheit sich dann weiterentwickelt, all diese Fragen kann auch er nicht beantworten. Was er aber weiß, ist daß der nächste Knotenpunkt irgendetwas mit San Francisco zu tun hat, deshalb schickt er seinen alten Freund Barry Rydell auf die Suche nach einem mysteriösen Killer, der vor allem durch seine Abwesenheit im Netz auffällt. Was hat das alles mit dem Machtstreben des Milliadärs Cody Harwood zu tun? Lest es selbst. Futurematic ist kein schlechtes Buch. Es greift die Figuren der beiden vorangegangenen Romane Idoru und Virtual Light auf, kann aber eigenständig gelesen werden. Die drei werden gelegentlich als Trilogie bezeichnet, aber das ist Unsinn. Stilitisch erkennt man Gibson sofort wieder, die kurzen Kapitel zappen zwischen den Erzählkanälen hin und her, das Technikgebabbel ist an der Grenze des Unverständlichen und in bester David Lynch Tradition garantiert der Anfang eines Erzählstranges keineswegs, daß er an irgendeiner Stelle auch beendet wird. Auffällig ist die Farblosigkeit der Geschichte. Gibson verwendet keine Adjektive, die die Farbe von was auch immer beschreiben, das erste schwarz-weiß Buch der Welt, als würde man einen alten Film sehen. Ich weiß, daß ich mit dem nächsten Absatz Drohbriefe riskiere, aber ich bin ein sehr zwiespältiger Gibson Fan. Auf der einen Seite steht die Unfähigkeit dieses Mannes, einen einzigen klar formulierten Satz herauszubringen, die unendliche Aneinanderreihung technischer Fachbegriffe, die es nicht gibt und die im Grunde relativ langweiligen Hauptfiguren. Auf der anderen Seite ist Gibson eindeutig ein Visionär. Ich brauche niemandem erzählen, daß er den Cyberpunk erfunden hat und auch bei der Lektüre von Virtual Light, Idoru oder Futurematic denkt man: Verdammt! Es könnte wirklich so kommen. Kommt es vielleicht auch. Und dann ist es besser ihn gelesen zu haben und vorbereitet zu sein. Das Ende der Geschichte ist eindeutig eine Enttäuschung oder es geht noch weiter, aber das bezweifle ich. Dennoch ist das Fazit positiv, Gibson ragt einsam aus der SF Literatur, wie Moorcock aus der Fantasy, auch wenn beide eher zweit - oder drittranginge Schriftsteller sind, kann die Kraft ihrer Vision immer wieder überzeugen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Müder Nachhall, 10. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Futurematic. (Taschenbuch)
Weder die Größe noch die Art der Veränderung der Welt in diesem Neuromancernachfolger werden genannt und die einzelnen Handlungsstränge sind für sich genommen zwar maßvoll interessant aber es bildet sich nicht wirklich eine zusammenhängende Erzählung und somit kann dieser Roman nicht wirklich fesseln oder einen wie auch immer bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Versuch, die Wirkung der Neuromancer-Trilogie und der verwandten Kurzgeschichten in dieser Trilogie wieder auferstehen zu lassen scheitert auch im dritten Band kläglich und somit gehört diese Trilogie zu dem, was ein bekannter deutscher Kritiker mal als ein überflüssiges Stück Literatur bezeichnete. Geld, das man besser wo anders ausgibt.
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