Hört man diese (allenfalls unter geringer Hinzunahme eines, wie manche sagen, "Schlagzeug-PC's" in weiten Teilen EINGESPIELTE) Platte und läßt sich danach nochmal den Titel durch den Kopf gehen, dann war die Zukunft womöglich schon da - wenn es nach THE JUAN McLEAN geht, schon vor 25 bis 30 Jahren, vielleicht sogar noch eine kleine Ecke früher. Sound und Attitüde dieser äußerst unterhaltsamen Platte sind strictly 80s, erste Hälfte. Man denkt beim Hören an Wave-beeinflußte Frühachtziger Popbands, vor allem an THE HUMAN LEAGUE, und ich persönlich höre vor allem in Herrn McLeans Gesangsstimme das Endsiebziger One-Hit-Wonder M, dessen großartig infektiöses "Pop Muzik" niemand, der es je gehört hat, vergessen kann. Übergeordnet also ein Album, daß sich KRAFTWERK verdankt; was man auch an Textzeilen wie "The Future will come I have had a vision" hören kann, die trashig pompös über dürre Fieps-Synthies mit grobpixeligem Vibrato gesungen werden, kurz bevor so ein E-Drum-Break einen mitten hineinwirft in die "Wetten, daß...?"-Titelmusik (oder doch lieber gleich in ANEKAs "Japanese Boy"? Schauder). Natürlich klingt diese Platte besser als ihr Bezugsrahmen, aber trotz aller gut in Szene gesetzten Retro-Coolness wurde es mir am Anfang auch schnell mal etwas zu käsig. Das änderte sich aber beim 3.-4. Hören. Danach macht eigentlich alles auf "The Future Will Come" Spaß. Höhepunkte sind einerseits die Elektro-Disco von "The Simple Life" (Ich mag Stücke, bei denen der Gesang erst kommt, wenn man schon gar nicht mehr mit ihm rechnet - in diesem Fall nach ca. 4 min.!) und der ebenfalls überlange, House-informierte Rausschmeißer "Happy House" Moderne, urbane, mit der Zukunft kokettierende und womöglich um ihre eigene Zeitlosigkeit wissende Tanzmusik mit Geschichtsbewusstsein. Sehr vergnügliche Platte also, die ich, sollte ich mal wieder das Glück haben, irgendwo auflegen zu können, unbedingt im Gepäck haben sollte.