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5.0 von 5 Sternen
Fast perfekte DVD-Fassung einer tollen Serie., 14. Februar 2002
Nach der etwas enttäuschenden Simpsons DVD-Box macht die DVD-Fassung der ersten Futurama-Staffel eine ungleich bessere Figur, und das in beihnahe allen Bereichen. Statt in einer schlecht geklebten Papp-Verpackung kommen die 3 Futurama-DVDs in eingenen Cases, einem Schuber sowie einem Plastik-Umschlag daher, das Paket nimmt zwar ein wenig mehr Platz im Regal weg, wirkt aber nicht weniger schick.
Technisch gibt es nicht allzuviel zu meckern. Das Bild ist gestochen scharf und Artefakte sind nicht zu erkennen, im Vergleich zur schlecht transferierten Simpsons-Box eine reine Wohltat. Der Ton ist in Dolby Surround abgemischt und lässt einem die Wahl zwischen Englisch, Deutsch, Spanisch sowie dem spaßigen Audiokommentar, zahlreiche Untertitel sind auch dabei. Leider lassen sich weder Sprache noch Untertitel direkt beim Abspielen ändern, man muss den Umweg über die Menüs gehen, außerdem gibt es keine Option, mit der alle Folgen ohne Pause hintereinander abgespielt werden können. Als Boni wurden rausgeschnittene Szenen, ein blätterbares Drehbuch sowie eine nicht colorierte Ausgabe von Folge 1 auf die DVDs verteilt, zwar nichts herausragendes, geht aber dennoch in Ordnung.
Wer die Futurama-Folgen schon vom Fernsehen her kennt, weiss natürlich, was ihn erwartet: Eine der witzigsten Serien der letzten Jahre, gespickt mit tonnenweise Gags und interessanten Charakteren. Humortechnisch geht es schon in der ersten Staffel derart zur Sache, dass die durchwachsenen aktuellen Simpsons-Staffeln dagegen total verblassen. Außerdem kann man dank der englischen Tonspur endlich die wirklich erstklassigen Original-Stimmen genießen und die vielen Anspielungen mitbekommen, die bei der deutschen durchschnitts-Synchro unter den Tisch gefallen sind.
Absolute Kaufempfehlung.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grönings neuester Streich - schneller, schöner und witziger, 8. März 2002
"Präsident Bush hat sich darüber beklagt, dass die Simpsons ein schlechtes Vorbild für die Jugend seien", erzählt Matt Groening, und betont im Anschluss daran, wie sehr ihn das freut. Kein Zweifel: Irgendwas hat der "Simpsons"-Macher und "bekennende Alt-Hippie" (Spiegel) gegen die Republikaner, anders wären wohl auch die Szenen in seinem neuesten Streich, "Futurama", nicht zu erklären, wo Präsident Nixon, im Jahr 3000 bedauerlicherweise reduziert auf einen in Wasser eingelegten Kopf, alles daran setzt, die Welt noch ein wenig schlechter zu machen - sei es als Cyborg, der Washington in Schutt und Asche legt, als bissiges Kopfmuseumsinventar oder auch als General, der seine Truppen sehenden Auges in den Tod schickt, um eine Alien-Rasse von fliegenden Bällen von ihrem Heimatplaneten zu vertreiben.
Aber Futurama ist mehr als beißende Zeitgeistkritik am politisch korrekten, sittenstrengen Amerika von heute: Es ist die konzentrierte Lebensweisheit eines Mannes, der gelernt hat, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. Und dabei handelt es sich - wie sollte es anders sein - um Intrigen, Sex, Gewalt, Bosheit und Gleichgültigkeit, um korrupte Regierungen, unfähige und arrogante Generäle, internationale Abkommen, an die sich niemand hält, aber auch persönliche Sticheleien und Eifersuchtsdramen, kurz: die Welt von "Futurama" kommt einem seltsam bekannt vor. Denn im Gegensatz zum politisch korrekten, positiven Zukunftbild von "Star Trek" gibt es im Leben von Fry, dem naiven, sexbesessenen Pizzajungen aus der Vergangenheit, Leela, der einäugigen Außerirdischen und Bender, dem faulen, saufenden, trinkenden und kleptomanisch veranlagten Roboter keine Helden, die alles richten, keine Regierung, die nur das Wohl aller Lebewesen im Sinn hat.
Stattdessen präsentiert Groening eine Welt, in der alles so ist, wie es vorher war - denn die Technik hat sich zwar geändert, die Menschen aber nicht. So steht man im Jahr 3000 nicht mehr im Stau - man fliegt im Stau. Frauen können immer noch nicht rückwärts einparken, außerirdische Chefs erzählen ihren menschlichen Kollegen davon, wie man die Gewerkschaften am besten übers Ohr haut, und die Fernsehwerbung erzählt von der guten alten Zeit im Jahr 2900, als man seine Roboter noch selbst ölen musste. Neu ist allerdings, dass Werbung jetzt auch in Träume projeziert werden kann: Der Fortschritt macht's möglich. Überhaupt, so scheint es, ist alles möglich im Jahr 3000 - außer all dem, wovon Optimisten träumen.
Dabei ist die Grundstimmung der Serie jedoch keineswegs düster: Trotz (oder gerade wegen) ihrer vielen uns aus eigener Erfahrung nur allzu bekannten Ecken und Kanten sind die Hauptcharaktere liebenswert - und trotz der (bei näherem Hinsehen gar nicht so) abgehobenen Rahmenhandlung findet sich jeder über kurz oder lang wieder in den Eitelkeiten und Aggressionen, aber auch Hoffnungen, Wünschen und Zuneigungen der Singles, die sich irgendwie durch ihre chaotische Umwelt zu finden versuchen.
Und so ist Groenings mit aufwendiger Animationstechnik veredelte, detailfreudige, anarchistische Zukunftsvision von allem ein wenig: eine Karikatur unserer Science-Fiction-Literatur, gespickt mit vielen Running Gags, eine Abrechnung mit der Doppelmoral des scheinheiligen Amerikas unserer Zeit, ein Seitenhieb auf die Machart vieler Soap Operas, eine Persiflage auf alles, was uns im Altag schon immer gestört hat, aber doch vor allem eines: Ein Spiegel der Gesellschaft des Jahres 2000 - oder vielmehr dessen, was wir gewöhnlich lieber darüber verschweigen. Ein echter Matt Groening eben: Entweder man liebt es oder man hasst es. Ich plädiere klar für ersteres - bessere Unterhaltung hat es im Fernsehen in den letzten Jahren nicht gegeben.
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