Der zweite Ausflug von "Futurama" in die Spielfilmlänge ist meiner Meinung nach nicht ganz so gut gelungen, wie Matt Groenings erster Versuch. "The Beast with a Billion Backs" ist insgesamt weniger rasant, als "Bender`s Big Score", und dadurch verhältnismäßig langatmig. Auch die Story (welche an das Ende von Film #1 anknüpft), rund um ein Dimensionstor und ein daraus schlüpfendes Monster, ist weniger spannend, als die des ersten Films. Da gab es noch einige grandiose Twists und viele Anspielungen auf alte Futurama Folgen, auf die man diesmal leider verzichten muss. Die Geschichte plätschert insgesamt leider ein wenig uninspiriert vor sich hin.
Dafür ist sie diesmal weniger verwirrend und geradliniger strukturiert, sodass man entspannter gucken kann. Für Futurama Neueinsteiger ist dieser Film jedoch genauso wenig geeignet, wie Teil 1, da auch hier ein bestimmtes Grundwissen zu Charakteren und Story vorausgesetzt wird. Es tauchen nämlich mal wieder neue, alte Charaktere auf (diesmal spielt beispielsweise Kiff eine größere Rolle, Pazuzu hat einen unerwarteten Gastauftritt und man sieht allerlei alte Gesichter, wie die "Snu Snu" machenden Amazonen oder Stephen Hawking, wieder), was den geneigten Futurama Gucker erfreuen, bei Neulingen aber sicher das Gegenteil hervorrufen wird.
Die Story ist mir insgesamt etwas zu familienfreundlich geworden - ich hätte gerne wieder eine abgefahrene, traurigere und vor allem intelligentere Geschichte, wie die im ersten Teil, gehabt. In "Billion Backs" gibt es beispielsweise kaum mehr dramatische oder ernste Momente, die ich in "Big Score" sehr geliebt habe. Trotzdem schafft es der Plot bei Laune zu halten und mal ganz ehrlich: Futurama hatte noch nie sonderlich gute Storys (gerade deswegen hat mich der erste Film damals so überrascht). Diese waren zwar immer unterhaltsam, aber eigentlich nur dazu da, um die Charaktere von einer bescheuerten Situation in die nächste laufen zu lassen und das schafft "The Beast with a Billion Backs" mal wieder perfekt.
Da wo "Bender`s Big Score" durch Story, Dramatik und Anspielungen auf vergangene Geschichten punkten konnte, überzeugt Film Nummero 2 durch grandiose Gags und eine Futurama typischere, weniger actionreiche und leichter zu verstehende, Inszenierung. Hier sitzt, mal wieder, jeder Witz ("Son of a Bit!" ), alle Charaktere haben einen gelungenen Auftritt (endlich erfährt man mehr über Kiff) und es werden sogar große Hollywoodfilme durch den Kakao gezogen (z.B. wurde eine Szene von "Fluch der Karibik" inspiriert).
Mir persönlich hat die rasante und verhältnismäßig anspruchsvolle (Story, Drama und eine Menge Insidergags) Umsetzung von "Bender`s Big Score" etwas besser gefallen, jedoch kann ich mir auch vorstellen, dass vielen Leuten der neue Film gerade wegen der simpleren Story besser gefällt. Das Beast mit den Billion Backs ist in meinen Augen eine lustige, jedoch nicht perfekte, Futurama Folge in Überlänge. Der erste Film war für mich einfach der bessere "Film", weil man dabei fast vergessen konnte, dass Futurama mal eine Serie mit 25Min-Folgen war. Trotzdem ist die neuste Spielfilmlängenepisode für jeden Liebhaber ein Genuß und bekommt von mir (Fan Bonus inkl.) gerade noch 4 von 5 Sterne