ist eine Sache, die mir absolut positiv an diesem Buch auffällt. Es ist interessant, bringt viele Fakten, Hinweis und Zusammenhänge und lässt sich auch von "Laien" sehr gut lesen und verstehen. Dazu ist es gut gegliedert und der Text wird durch passende Bilder gut aufgelockert präsentiert und kommt nicht etwa als Bleiwüste daher.
Aber zum eigentlichen, zum Inhalt:
Besonders gut gefällt mir das erste Kapitel, in dem Dr. Vera Biber ausgiebig auf den Darm eingeht - als Drüsenorgan, als Entgiftungsorgan, als Immunorgan und als Stressorgan. Die Zusammensetzung der Darmflora und ihre Aufgaben werden dabei genauso gut und einleuchtend erklärt, wie die Gefahren, die von einem Ungleichgewicht dieser Darmflora ausgehen. Sie erklärt die Darm-Blut-Schranke (für mich besonders interessant, da mein Hund vom MDR1-Defekt betroffen ist, der auch Auswirkungen auf den Darm hat), den Sinn von Durchfall und auch, warum Hunde manchmal liebend gern Kot und Aas fressen und wie wichtig Enzyme sind.
Dazu kommen immer wieder Erklärungen und Hinweise auf die Inhaltsstoffe von Fertig- versus Rohfutter. Als ein Beispiel geht sie z. B. auf künstliche Vitamine und ähnliche Zusatzstoffe im Fertigfutter ein sowie deren Auswirkungen. Sie stellt der Werbung wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen gegenüber - etwa die, dass "Kälber, die ausschließlich mit sterilisierter, pasteurisierter oder homogenisierter, also toter, denaturalisierter Milch ernährt werden", nicht überleben.
Aber auch auf die oft genannten Salmonellen und Argumente der "Gegenseite" geht sie ein, relativiert sie allerdings - wenn auch Salmonellen im Hundekot sind, so halten wir uns doch üblicherweise davon fern. Auch mir wäre es neu, sollte Hundekot etwa ganz normal auf der Küchenanrichte liegen.
So kann ich denn auch den kritischen Rezensionen nicht folgen, die etwa Studien vermissen, das Buch für religiös halten, im Literaturverzeichnis dubioses entdeckt haben wollen oder die Gliederung etc. bemängeln.
Im Gegenteil - Studien werden immer wieder erwähnt, wenn auch nicht wie etwa in einer Doktorarbeit gefordert mit sämtlichen Quellenangaben, was aber für ein populärwissenschaftliches Buch auch nicht üblich ist, darüber hinaus auch nur den Lesefluß stören würde. Zwar habe ich das Buch zwar erst einmal gelesen, aber an religiöse Inhalte oder auch nur das Wort "Gott" vermag ich mich nicht zu erinnern. Und das Literaturverzeichnis enthält vor allem Bücher der Droemerschen Verlagsanstalt, dem Kosmos-Verlag, Rowohlt und DTV. Es sind u. a. Bücher über Enzyme, bioaktive Substanzen oder vegetarische Ernährung von Hunden und Katzen. Dubios? Einseitig?
Auch ist das Buch eindeutig gegliedert. Dem Kapitel über den Darm (mit fünf Unterkapiteln) schließen sich zwei über Sinn und Durchführung einer Darmsanierung an. Danach geht sie auf die vegetarische Fütterung ein, die sie ablehnt, und im letzten Kapitel fasst sie die Vorteile eines gesunden Darmes zusammen.
Schön auch die Antworten auf häufige Fragen im Anhang, eine Übersicht über Komponenten (ohne akribisch abzuwiegen) oder Tipps zur Stuhlkontrolle, Umstellungspläne (auch diese ohne zwanghafte Mengenangaben). Literatur- und Stichwortverzeichnis sowie Platz für eigene Notizen runden das Buch ab.
Aufgefallen ist mir allerdings auch, dass sie Avocados anders bewertet, als ich es gelernt habe. Nun, man muss ja nichts füttern, was einem Bauchschmerzen bereitet.
Alles in allem ein rundes und gutes Buch, das neben vielen interessanten Infos (auch für "Alt-Barfer") gute Argumente für die Rohfütterung liefert und bei der Umstellung hilft.
Ich werde mein Exemplar garantiert nicht weiter verkaufen!