"Futter fürs Volk" wurde von 3 Autoren verfasst. Als Folge liest es sich, wie eine Aneinanderreihung von Zeitungsreportagen. Abrupte Sprünge z.B. von BSE zu Hühnereiern, zeichnen den Text aus.
Der Schwerpunkt liegt darauf, Misstände in der Agrarindustrie, also beim "Bauern" (und der entsprechenden EU Politik) anzuprangern. Gentechnik, Pflanzenschutzmittel, Tierhaltungsproblematiken, BEKANNTE Skandale... Nur minimal wird in diesem Buch über dass was uns Lebensmittelkonzerne vorsetzen geschrieben. Dabei wird in keiner Weise ins Detail gegangen. Misstände werden nur allgemein und oberflächlich angeprangert. Was gesundheitsschädliche Zusatzstoffe in der industriellen Nahrungsproduktion angeht, gibt das Buch nicht viel her.
Der Untertitel des Buches: "Was die Lebensmittelindustrie uns auftischt", sowie der Klappentext, verführen den Käufer leider zu anderen Erwartungen über den Inhalt des Buches.
In verschiedenen Kritiken wird das Buch als seriös oder gut recherchiert geschrieben bewertet, unter anderem auf dem Klappentext durch ein Zitat aus der Berliner Morgenpost. Wie man dies in einem Buch erkennen will das ohne Quellenverzeichnis auskommt, dafür aber, in Zeiten des Internets, fast 70 Seiten mit Kontaktadressen "füllt", bleibt mir ein Rätsel. Handelt es sich hier etwa um einen unnötigen Zusatzstoff?
"Futter fürs Volk" zeigt etliche weitere Schwächen, ganz besonders bei den Ernährungsempfehlungen, bei denen erkennbar ist, das keiner der Autoren ein Fachmann auf diesem Gebiet ist, dennoch erhält es von mir drei Sterne, denn grundsätzlich bin ich froh über jedes Buch das unsere "Lebens-"mittel kritisch thematisiert und vielleicht in der Lage ist neue Leserschichten zu mehr Bewußtsein darüber zu führen, dass der Mensch ist was er isst.