Die Gruselgeschichten sind inhaltlich gut ausgewählt, die dargestellten Szenarien größtenteils abwechslungsreich und originell. Ob makaber, humorvoll, spannend, ironisch, grotesk oder klassisch, der kleine gruselige Schauer für zwischendurch wird auf vielfältige Weise präsentiert. Die Form – zum Beispiel die Perspektive des Erzählers, die Erzählzeit, Ort und Zeit der Handlung und dergleichen mehr – ist häufig unterschiedlich und unterstreicht die Individualität und Ausgeglichenheit. Trotz dieser Unterschiede zwischen den Geschichten bleibt die Anthologie harmonisch. Die Kürze der Geschichten ist ebenfalls sehr angenehm, keine einzige erscheint langatmig oder zu weitschweifig.
Leider sind nicht alle Storys von der gleichen Qualität, was die Ausgewogenheit etwas aus dem Gleichgewicht bringt. Manches ist doch zu seicht oder nicht ansprechend genug, da es ab und zu verpasst wird, die beinahe obligatorische Pointe einer solchen Kurzgeschichte interessant anzubieten. Schließlich ist es gerade die Kurzgeschichte, die einen gewissen Knalleffekt haben sollte, da es nicht einfach ist, auf so wenigen Seiten die Intensität einer Novelle oder eines Romans zu erzeugen.
Auch wenn nicht alle Storys zünden und qualitativ auf einer Ebene sind, die Anthologie lässt sich gut lesen, und durch die Kürze der Gruselgeschichten ist sie nette Unterhaltung für zwischendurch.