Da ist es also, das neue Album der chemischen Brüder. Hatte davon nur durch Zufall erfahren, war dann umso aufgeregter als ich es hier bei Amazon downloadete.
Anfangen tut es mit Snow erstmal hervorragend und macht defintiv Lust auf mehr, was durch Escaping Velocity schon zu Beginn auf die Spitze gebracht wird. Etwas progressiveres habe ich lang nicht gehört.
Another World bringt einen wieder zurück in die Gegenwart und weg vom tranceartigen, auf Wellen reitenden, Zustand. Dissolve hebt das Tempo dann wieder etwas an und lässt an die ganz alten Tage der Brüder (Dig Your Own Hole und Exit Planet Dust) erinnern, wenn auch nur bedingt. Dissolve mündet und findet seinen Abschluss dann in Horse Power, dem meiner Meinung nach schwächsten Track auf dem sonst sehr ausgeglichenen Album. Dieses ständige Wiehern und das "Horse, Power" nervt einfach nur und will in meinen Ohren nicht so recht ins Gesamtpaket passen.
Das anschließende Swoon klingt zwar anders als Escaping Velocity, nimmt einen aber wieder mit auf eine emotionale Reise durch akustische Zeit und melodiösem Raum, wofür ich die Brüder so bewunder und immer wieder gerne höre. K+D+B und Wonders of the Deep schließen das Album dann entsprechend ab, klingen mitunter romantisierend und melancholisch, sodass man sich mit Abschluss des Albums irgendwie fertig, aber doch gut fühlt. Wenn mann nach dem Hören mal einige Minuten Stille walten lässt, klingen die Tracks nach und suggerieren Gelassenheit und Wohlwollen für eigene und fremde Gegenwartsprofile.
Was lässt sich also zum aktuellen Album der Brüder zusammenfassend sagen. Im Gesamtpaket ziemlich hörbar, im Rückblick auf die vorherigen Alben gibt es aber zu wenig Überraschendes oder gar Neues. Further reiht sich perfekt in die Geschichte der letzten 3 Alben ein, glücklicherweise ohne dabei langweilig zu wirken. Man könnte aber auch meinen, der Sound an sich scheint seit einiger Zeit stehengeblieben, bei den Chemical Brothers. Kann nicht verstehen wie einige hier schreiben können, dass es wieder nach den ganz alten Alben klingt, denn das tut es in meinen Augen bzw Ohren definitv nicht. Lediglich Dissolve und Horse Power kratzen etwas an dem alten Lack, ohne jedoch dessen Nivaeu zu erreichen. Besonders bei Horse Power habe ich das Gefühl, dass dies nur hinzugefügt wurde, um das eh schon kurze Album auf 8 Tracks zu bekommen.
Als abschließender Tipp von meiner Seite, nehmt Horse Power mal aus der Playlist raus und hört euch das Album in einem Zug an, ihr werdet es nicht vermissen!!!Letztendlich ist es sogar so, dass der Übergang von Dissolve zu Swoon viel viel smoother ist.
Nun denn, viel Spaß beim Hören.