Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hochspannender Thriller, der zugleich einige ernste Frage aufwirft, 16. März 2008
Einfach klasse, wie Bentley Little seine Geschichte erzählt: Barry und Maureen ziehen in eine "geschlossene Wohnanlage". So etwas gibt es nur in den USA. Man kann sich das in etwa wie eine selbstverwaltete - d. h. nach außen hin autonome - Kleinstadt aus lauter Einfamilienhäusern vorstellen. Anstelle der in der gesamten übrigen Nation gültigen Gesetze gilt hier die Satzung des Vereins der Hauseigentümer. Barry und Maureen müssen nun feststellen, dass sie ständig gegen irgendwelche Bestimmungen dieser Satzung verstoßen, z.B. indem sie Musik lauter als auf Zimmerlautstärke hören - was in den eigenen vier Wänden ja eigentlich kein Problem sein sollte, da man ja niemanden stören kann. Während der Konflikt mit dem Eigentümerverein immer intensiver wird, sehen die beiden auch, dass fast keiner der anderen Eigentümer den Mut hat, sich dem Verein zu widersetzen, was dazu führt, dass auch sie einer direkten Konfrontation aus dem Weg gehen.
Diese Beschreibung von stillhaltendem Mitläufertum stimmt freilich gerade auch den hiesigen Leser mit Blick auf die deutsche Geschichte nachdenklich. Immer wieder denkt man: Warum lassen sie sich das gefallen und gehen nicht dagegen an? - Doch wenn man sich in die Situation der Hausbesitzer hineinversetzt, wird ihr Verhalten durchaus nachvollziehbar: Denn letztlich können sie einfach nicht glauben, dass der Verein sich um die eigentlichen Gesetze und Rechte, die ja sonst im Lande gelten, ÜBERHAUPT nicht schert. Sie sind einfach nicht in der Lage, die Skrupellosigkeit des Vereins zu erkennen und ernst zu nehmen. Und weil man ohnehin genug damit zu tun hat, sein eigenes Alltags- und Berufsleben zu bewältigen, ist es allemal leichter, sich anzupassen.
Somit wirft der Roman noch eine weitere Frage auf. Denn verantwortlich für das Verhalten des Vereins ist letztlich nicht nur der Verein selbst, sondern auch die Gesellschaft, die ihm die Freiheit dazu gibt.
Der Autor provoziert damit die Frage nach dem angemessenen Verständnis von Toleranz in der Demokratie: Wie tolerant darf eine freiheitliche und pluralistische Gesellschaft sein gegenüber Gemeinschaften, die sich ihre eigenen Regeln machen - und sich dabei auch in Widerspruch zu den grundlegendsten Werten begeben? Führt ein Zuviel an Toleranz letztlich nicht zu Rechtsbruch? Gerade in den USA ist diese Frage durchaus bedeutsam, insbesondere auch im Hinblick auf religiöse Gruppierungen (Scientology). In diser Hinsicht hat Little's Geschichte denn auch eine Nähe zu Graham Mastertons Horror-Satire "Das Ritual".
Besondere Erwähnung verdient noch die Darstellungsweise von Bentley Little: Das Erzähltempo geht geradlinig voran, überaus detaillierte Schilderungen der Gefühle und Gedanken der Akteure bleiben weitgehend aus. So kommt nie Langeweile auf; erstaunlich ist aber, dass der Leser trotz dieses Tempos auch selbst emotional in die Geschichte eingebunden wird und mitfühlt ("Was würde ich jetzt tun?").
Eigentlich ist dieses Buch ein klarer Fall für 5 Sterne - wenn da nicht die letzten 20 Seiten wären, die den Leser völlig unerwartet und in totalem Kontrast zu dem bisherigen hohen Thrillerniveau mit fantasieloser low-level Fantasy überschütten, in der letztlich alles möglich ist und nachvollziehbare, zusammenhängende Erklärungen nicht mehr gebraucht werden.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Furchteinflößend gut ..., 31. Januar 2008
...ist dieses Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Der Vergleich Bentley Littles mit Stephen King ist mehr als treffend, weitere Werke erwarte ich mit Spannung...
Die Story beginnt harmlos: Barry und Maureen, ein glückliches junges Paar aus der Großstadt, suchen ein Haus im Grünen, um mehr Ruhe zu haben und endlich mit der Familienplanung zu beginnen. In Bonita Vista, einer geschlossenen Wohnanlage, finden sie ihr Traumhaus. Günstig, wunderbar gelegen, einfach perfekt... Schnell ist der Kaufvertrag unterschrieben, der Umzug erledigt und die Freude über das neue Heim groß.
Doch bereits an ihrem ersten Tag in Bonita Vista wird Barrys Freude durch einen ekelhaften Fund in seinem Briefkasten getrübt. Um wenigstens Maureen ihre Freude nicht zu verderben, behält er die Sache für sich und verdrängt sie erfolgreich.
Die Bekanntschaft mit den neuen Nachbarn wird schnell geschlossen und von ihnen erfährt das Ehepaar auch von der Willkür und der ominösen Satzung des Eigentümervereins, der Bonita Vista sozusagen regiert. Zuerst nehmen Barry und Maureen die Schauergeschichten nicht ernst, doch als sie selbst betroffen sind, wandelt sich ihre Ungläubigkeit schnell in Wissen und dann tiefe Furcht. Niemand widersetzt sich den Regeln des Eigentümervereins, egal wie absurd sie erscheinen. Niemand.
Ein Geduldsspiel mit nervenaufreibenden Regeln beginnt und am Ende geht es um Leben und Tod.
"Furcht" lehrt einen wahrlich das Fürchten. Littles Schreibstil unterstützt sein Talent, wahren Horror zu vermitteln und macht es trotz der bedrückenden Geschehnisse schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Schonungslos deckt er die düstere Seite der Menschen auf, von der wohl jeder denkt, sie nicht zu besitzen. Doch entspricht das wirklich der Wahrheit?
Ein gelungenes Werk, das ich gern weiter empfehle. Wer starke Nerven und einen stabilen Magen hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen...
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Horrortrip der ganz besonderen Art, 4. Februar 2008
Inhaltlich wurde zum Roman "Furcht" ja schon einiges geschrieben, weshalb ich in meiner Rezension auch nicht spoilern, sondern vielmehr auf das Genre eingehen möchte. Sicherlich könnte man "Furcht" mit Fug und Recht als Horror-Roman bezeichnen, aber das ist er nicht nur. Bentley Little war es von jeher darum getan, und man verzeihe mir den etwas abgedroschenen Terminus, den "ganz normalen Wahnsinn" unseres Alltags aufzuzeigen und diesen in seiner ultimativen Grässlichkeit bloßzulegen. Littles Romane, so auch "Furcht", sind dabei jedoch noch ein Gutteil zynischer und misanthropischer als King es je gewesen ist. Und damit gewissermaßen auch "moderner" - und vielleicht gerade deshalb so erschreckend.
Und so ist "Furcht" nicht zuletzt deshalb ein Albtraum, weil wir alle uns tagtäglich selbst in den oftmals absurden Niederungen gesellschaftlichen Zusammenlebens wiederfinden und uns mit den Konsequenzen von Regulierungswahn, Obrigkeitshörigkeit, Mitläufer- und Duckmäusertum herumschlagen müssen.
Angst ist die Triebfeder für alles. Selten zuvor hat ein Spannungsautor dieses Grundprinzip auf so unterhaltsame wie fesselnde Weise zu seinem Thema gemacht wie Bentley Little. Kurz: Dieser Roman ist einfach erschreckend gut!
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