Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ich war unsterblich, bis ich gestorben bin", 15. Mai 2008
Ich habe einige Faustregeln für den Bücherkauf entwickelt. Eine davon lautet: Was der Harry Rowohlt übersetzt hat, das taugt auch was. Das hat noch immer gestimmt, aber selten so überzeugend wie bei "Fup" von Jim Dodge.
"Fup" ist der Name einer außergewöhnlichen Ente, einem Findelküken, und den Namen verdankt Fup einem despektierlichen Schüttelreim, der sich bei "Duck Fup" einfach anbietet. Gepäppelt wurde das bemerkenswerte Federvieh in seinen ersten Tagen mit "Ol' Death Whisper", einem Whiskey, von dem noch zu reden sein wird. Fup jedenfalls ist ein Findelküken von monströsen Ausmaßen, das sich zu einem vorläufig flugunfähigen Monstrum von Stockente entwickelt, zu einer wahrhaften Sau-Ente. Dem lebensrettenden "Ol' Death Whisper" bleibt Fup sein Leben lang treu, und ob es nur das Gewicht ist, das Fup den Lektionen des alten Jake (zu dem kommen wir gleich) widerstehen lässt, bleibt ein Geheimnis.
Und jetzt kommen wir zur nächsten Hauptfigur. "Ol' Death Whisper" ist nämlich ein bemerkenswerter Whiskey, der einem die Zehennägel quer aufrollt, und den der alte Jake nach einem Geheimrezept zusammenbraut. Granddaddy Jake seinerseits ist ein kleiner zäher trinkfester alter Fiesling mit einer Schwäche für Exzesse in jeder Form, der allen Anforderungen entspricht, die man an einen sagenhaften abenteuerlichen alten Einsiedler im sagenhaften amerikanischen wilden Goldgräber-Westen stellt -- mindestens. Das Geheimrezept für "Ol' Death Whisper" hat ihm ein sterbender Indianer vermacht, der sein Leben mit den Worten aushauchte: "Trink dies. Sei still. Du wirst ewig leben." -- Nein, jetzt braucht mir keiner mit Logik kommen, denn "Fup" spielt in Sphären höherer Logik, die sich aus den Haupt- und Nebenfiguren heraus entwickelt.
Neben einem episodenhaften geschäftstüchtigen Hippie gibt es außer Jake und Fup nur noch zwei Personen, die das Zeug freiwillig trinken: Der wortkarge alte Indianer Johnny Seven Moons, der nie etwas sagt, "aber wenn er etwas sagte, sagte er immer etwas" -- und Jakes früh verwaister Enkel Tiny, der trotz seines Namens zu stattlichen 1,92 Metern heranwächst und das Aufstellen von Zäunen zu seinem Lebensinhalt macht -- wenn er nicht mit Granddaddy Jake und Fup samstagabends ins Autokino fährt. Zwar haben die drei leicht unterschiedliche cineastische Vorlieben, aber das lässt sich regeln. Für den Leser springen dabei besonders geniale Kommentare zum Geschehen auf der Leinwand heraus, etwa wenn Granddaddy Jake bei Western stets zu den Schurken hält und ihnen leider unbeachtete Tipps zuruft: "Nicht auf der Straße ... Sowas macht man aus dem Hinterhalt! Da geht man doch hinter der Pferdetränke in Deckung und knallt ihn ab!" Tiny drückt derweil dem Marshal die Daumen... Manchmal spielen Jake und Tiny auch Dame; hier ist Fup wegen ihrer sogar für diese Geschichte allzu eigenwilligen Regel-Interpretation ungeeignet. Und sonntags geht Jake mit der Sau-Ente Fup auf die Hatz nach der letzten Hauptfigur dieser überlebensgroßen Geschichte: Lockjaw (dt.: "Maulsperre") ist ein formidables sagenhaftes Wildschwein, und dieses Vieh ist der anarchische Schrecken aller Zäune und ihrer Erbauer, der Rächer alles Eingegrenzten.
Man sieht es schon: "Ol' Death Whisper" ist kein alltäglicher Fusel, und ebenso wenig ist "Fup" eine alltägliche Geschichte. Auf den ersten Blick geht es hier um zahlreiche skurrile Episoden, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind und so eine ganz besondere Weisheit ausstrahlen. Aber darinnen ist noch mehr verborgen, Rätsel und Überraschungen. Und alles hängt zusammen.
"Fup" kommt daher wie ein skurriles Märchen, in der jeder seine ganz besonderen Macken austoben darf, und in der Enten zu Schicksalsgöttinnen werden können. Was es mit der Unsterblichkeit und den Reinkarnationen auf sich hat, die "Ol' Death Whisper" verleiht, welches Geheimnis Lockjaw buchstäblich in sich birgt, wieso und wie Tiny seine Vorstellungen über den Sinn von Zäunen revidiert, wohin Johnny Seven Moons verschwindet, was Granddaddy Jake als hundert-Jahre-und-einen-Tag-altem-Mann widerfährt... das und viel mehr erzählt Jim Dodge hier auf viel zu wenigen Seiten, die aber ganz genau im richtigen Moment zu Ende sind.
Außerdem merkt man hier, was eine gute Übersetzung ausmacht -- zwar kenne ich das Original nicht, aber Rowohlts Übersetzung atmet haargenau jenen Sprachwitz, den diese Duck-Fup-Welt verlangt, um so richtig zu wirken. Hier passt ganz einfach alles (bzw. fast alles, denn hier ist sogar dem ungekrönten König aller Übersetzer mal ein Fauxpas unterlaufen: Wie kommt der König ins Damespiel? Der kleine Makel macht das Perfekte eben erst perfekt...). Mehr kann man dazu nicht sagen.
Die Vorstellung, dieses ewig gültige Gleichnis mit viel Witz von Harry Rowohlt vorgelesen zu bekommen, ist natürlich fast so verlockend, wie mit dem skurrilen Trio nächsten Samstag ins Autokino mitzukommen. Aber dann bekäme man ja nicht die vielen feinen Illustrationen von ATAK (Georg Barber) zu sehen, und die treffen den Ton dieser Geschichte genauso unfehlbar wie Harry Rowohlt... Also empfehle ich erstmal die gebundene Ausgabe, denn an der hat nicht nur der Profi-Bibliophile unsterbliche Freude.
Um es mit Granddaddy Jake zu sagen: "Es ist einfach nicht möglich, manche Sachen zu erklären, vielleicht sogar die meisten Sachen nicht. Es ist interessant, sie zu bestaunen und ein paar Vermutungen anzustellen, aber die Hauptsache ist, daß man sie akzeptieren muß --, sie als das nehmen, was sie sind, und weiter im Text."
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
''Fup'' ist eines der ''schönsten Hörbücher'' aller Zeiten ..., 29. August 2006
... Was für mich mittlerweile kein großes Wunder mehr ist, denn mit Kein+Aber als Hörbuch-Verleger habe ich nur die besten Erfahrungen gemacht. Was die machen, hat Hand und Fuß und sieht klasse aus. Kurz und gut: ''Kein+Aber'' hat verflixt gute Werbeleute, Cover-Gestalter und Texter. Und den besten aller Vorleser für diese außergewöhnliche Geschichte von Jim Dodge. Nämlich den, der die Geschichte überhaupt erst so genial aus dem Amerikanischen übersetzt hat: Harry Rowohlt!
Jim Dodges ''Fup'' hat eine amüsant-skurille Handlung; die Geschichte fängt damit an, dass Tiny zum Waisen wird als seine Mutter ertrinkt. Was im weitesten Sinne mit einer Ente zu tun hat. Tiny wächst dann bei seinem Großvater auf. Der spielt entweder Karten oder ist damit beschäftigt den perfekten Whiskey zu brennen. Auf der Farm auf der die beiden leben, machen sie bald die Bekanntschaft mit Fup, einer Ente. Fup baut gerne Weidezäune ... und macht eines Tages die Bekanntschaft mit Lockjaw - einem alten Wildschwein, dem sein brutaler Ruf weit voraus eilt ...
Jim Dodges Geschichte lebt von den skurrilen Charakteren und brilliert mit tiefgeistvollen Dialogen. - Ein Buch das man lesen muss, sich aber auch vorlesen lassen sollte - von Harry Rowohlt!
2 CDs mit gut anderthalb Stunden bunten Bildern, die sich im Geist abbilden. - Einfach klasse!
Das Hörbuch, in stabilem Papp-Cover, sieht entzückend (!) aus und enthält ein noch liebevoller gestaltetes süßes Booklet mit Zeichnungen von Atak. Illustrationen der handelnden Personen, bzw. Tiere die in ''Fup'' vorkommen.
Ich hab dieses Hörbuch unheimlich lieb (gewonnen)!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Märchen für Erwachsene und Kinder, 16. März 2003
Wenn gleichzeitig ein Buch für Kinder interessant sein soll und Erwachsene fesselt, dann muss es schon ein besonderes sein. Und dieses Buch ist ein besonderes. "FUP" ist kurz und gespickt mit Ideen und faszinierenden Wendungen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legte, als plötzlich bereits alles ein Ende hatte. Schade eigentlich, aber irgendwie auch zum richtigen Zeitpunkt. Die Story ist schnell umrissen. Ein Großvater names Jake zieht seinen Enkel Tiny Tim auf und beide haben eine Ente. Das ist auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Nur Jake ist ein Choleriker 1,62 m groß und hat von einem sterbenden Indianer das Geheimnis für Lebensverlängernden Whiskey erhalten. Tiny Tim baut aus unerfindlichen Gründen immer und immer wieder Zäune ist gar nicht so klein, wie sein Name sagt (immerhin 1,92 m) und Fup (die Ente) ist auch überlebensgroß, schaut gerne Autokino, kann beim Damespielen nicht verlieren und muss unter anderem fliegen lernen. Eine wundervolle Textstelle ist folgende als ein Indianer names Johnny Seven Moons auf der Farm auftaucht: "Ich will dir nun von meinem Namen berichten, Seven Moons. Den Johnny habe ich hinzugefügt, als der weiße Mann kam, weil ich fand, er hört sich jung und sexy an, aber er hat wohl nicht viel genützt. Inzwischen finde ich es nicht mehr gut, Namen einfach so zu erfinden, aber ich behlte ihn, damit er mich daran erinnert, dass man mit seinen Fehlern leben muss..." .... "Seven Moons, sei es aus Ehrfurcht oder Argwohn gegenüber der Sprache, sagte nie viel, aber wenn er etwas sagte, sagte er immer etwas. "
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