Okay, das CD-Cover lässt eigentlich darauf schliessen: Wieder einmal ein austauschbarer, billiger Funk-Sampler mit den ewigen und immer gespielten alten Funk-Kamellen... Aber stopp! Hier dreht es sich teilweise um wahre Raritäten des Genres 'Funk-Soundtracks'. 'Across 110th Street' von Womack und 'Theme From Shaft' von Hayes, mögen die erste Vermutung vielleicht noch bestätigen. Doch im ernst: Diese beiden genialen Stücke dürfen eigentlich nicht wirklich auf einem guten Funk-Sampler fehlen. Dann allerdings kommen wir zu den wirklichen Raritäten: 'The Sweeney' von der gleichnamigen TV-Serie (lief die eigentlich mal in Deutschland?) ist ein dramatisch fröhlicher Bigband-Sound des Harry South Orchestras. 'You Can Even Walk In The Park' von Johnny Pate ist ein fesselnder Ohrwurm im Jazz-Funk-Format, der Lust auf den dazugehörigen Film 'Shaft In Africa' macht. Auch der grossartige Song 'Are You Man Enough' von den Four Tops, stammt aus diesem Film. Der Krimi-Klassiker 'Gotcha' (Starsky & Hutch) von Tom Scott ist für mich der ultimative Autofahrer-Sound. Den meisten Interessierten ist sicherlich die knackige Acid-Jazz-Version 'Theme From Starsky & Hutch' vom James-Taylor-Quartett noch im Ohr. James Brown ist mit einem typischen Brown-Groove und dem genialen 'The Boss' aus dem Soundtrack und Film 'Black Cäsar' vertreten. Dann für alle, die in den siebziger Jahren aufgewachsen sind - der Kult schlechthin: Die Musik aus der Krimi-Reihe 'Kojak' von John Gregory And His Orchestra! Allein deswegen hat sich für mich der Kauf dieser CD gelohnt. Also: Lolli einwerfen und dann die Bässe bedienen...
Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich 'Easin'In' von Edwin Starr (Kennt jemand noch die coole HipHop-Version von Ice-T namens 'High Rollers'?). Entspannt und chillig präsentiert sich das trompetendominierte 'Wilford's Gone' von den Blackbyrds. Zu 'Superfly' muss man nichts mehr sagen... Willie Hutch mit 'Brothers Gonna Work It Out' ist wieder eine Rarität, die zumindest ich vorher noch nicht kannte, und einen weiteren Höhepunkt dieser CD darstellt. Besonders erwähnenswert ist zuletzt noch der fantastische Orchestersound von Quincy Jones in dem Stück 'They Call Me Mister Tibbs' vom gleichnamigen Film. Spritzig-spannender Jazz-Funk vom feinsten.
Die CD macht sehr viel Spass und stellt meiner Kenntnis nach, die zur Zeit beste Zusammenstellung zum Thema 'Blaxploitation' dar. Besonders Freunde der siebziger Jahre werden viele Melodien und Grooves wiedererkennen. Einige wenige Titel passen eigentlich nicht optimal zum Thema ('Pink Panther', 'The Batmobil'). Dieses stört den guten Gesamteindruck dieser CD jedoch nicht wirklich. Für diesen verhältnismässig geringen Kaufpreis kann man sich ein wirkliches Schätzchen sichern.