Ein Paradigmen Wechsel muss her!
Dieser Paradigmen Wechsel bahnt sich gerade seinen Weg im Bereich der Körpertherapie.
Wurde noch bis vor wenigen Jahren der Fokus auf die Gelenke, die Knochen und die Bandscheiben gelegt, was wegen der immer besser werdenden bildgebenden Verfahren auch nicht verwunderlich war.(Nur wurde hier oft Ursache und Wirkung verwechselt), so kommen seit etwa 10 Jahren die Muskeln/das myofasziale System und die Faszien in den Fokus.
Seit 2007 und dem 1. "Fascia Research Congress" an der University Harvard in Boston zeigt sich, dass wir unser Augenmerk auf ein lange übersehenes Netzwerk richten sollten: Die Faszien.
Das Bindegewebsnetzwerk duchtzieht den ganzen Körper und bildet Taschen, Beutel in beuteln in Beuteln und hat vielschichtige Bedeutung für Statik, Immunsystem und viele andere Prozesse.
Um Dieses System zu erreichen, haben wir die Möglichkeit uns die Myofaszialen Ketten/myofaszialen Funktionslinien des Körpers anzuschauen und manuell zu behandeln.
Es gibt viele Modelle und Therapiemethoden, die sich diesem Gewebe widmen.
Frau Tamura hat aber eines geschafft:
Sie hat eine Therapiemethode entwickelt, die über spezifische Tests die Regionen des Muskelkettensystems identifiziert, die individuell mit genau dem Schmerzsyndrom des Patienten zu tun haben.
Hat man mit diesen einfachen, aber effektiven Tests die Muskeln identifiziert, die in ihrer Verlängerbarkeit gestört sein können, wird das intramuskuläre Bindegewebe über Druckapplikation behandelt und entlastet.
Das besondere an diesem Buch ist die Offenlegung des Konzeptes in Schrift und Bild.
Viele Methoden, die ähnlich effektiv vorgehen, machen ein extremes Geheimnis um ihre Erkenntnisse aus Angst vor Konkurrenz und Diebstahl des geistigen Eigentums.
Bettina Tamura zeigt in diesem Werk alle Tests in Wort und Bild, alle Behandlungszonen werden in tollen Photos dargestellt und ausführlich beschrieben. Nach jedem Kapitel kann man in Tabellen zusammengefasst nach Schmerzsyndromen die Tests und Behandlungszonen finden, so dass man sich auch am Patienten noch mal nachinformieren kann.
Der Autodidakt, der schon versiert in funktioneller Anatomie und manuellen Techniken ist, kann mit dem Buch auch schon arbeiten.
Aber gerade weil man mit diesem Buch schon so toll arbeiten kann, wird der Praktiker neugierig und bucht einen Kurs beim FMT Institut zum Thema.
So hat aus meiner Sicht Frau Tamura, gerade durch ihre Offenheit eines erreicht: Sie zieht in ihren Kursen auch genau die Therapeuten an, die über den Tellerrand schauen wollen, offen sind und interessiert an Zusammenarbeit und Integration von Wissen und Können. Die Kurse von Frau Tamura (FMT Institut)lohnen sich sehr, da sich durch die Anleitungen eine ganz andere Präzision erreichen läßt.
Das beste Buch zum Thema, das ich seit langem meinem Fachbuchschatz hinzufügen durfte.
Um einen zusätzlichen Eindruck zu den anatomischen Zuglinien zu bekommen, empfielt sich als Grundlage "Anatomy Trains" von T. Myers.