Jetzt kommt die Gelegenheit, auf dem Fundraising-Buchregal Ordnung zu schaffen. Der Bestand lässt sich ersetzen durch ein einziges Buch: "Fundraising" ist dessen ebenso einfacher wie anmassender Titel. Es handelt sich mit über 1300 Seiten um das erste umfassende Handbuch zum Thema in deutscher Sprache. Ein Handbuch beansprucht, einen Überblick über ein Fachgebiet zu vermitteln, was "Fundraising" glänzend gelingt. Im Grundlagen-Kapitel bieten die AutorInnen eine hochinteressante Geschichte des Gebens und Stiftens. Und die durch eine Reihe von geschätzten Publikationen hervorgetrenen Marita Haibach und Detlef Luthe nehmen sich die Mühe, Fundraising in seinen Grundbegriffen als Kommunikationsaufgabe darzustellen. Breiten Raum nimmt die Darstellung von Fundraising-Medien und -Techniken ein. Über 100 Seiten enthalten Checklisten; diese Hilfsmittel für den Alltag alleine wiegen den stolzen Buchpreis auf. "Fundraising" ist nicht nur ein Buch, sondern ein Schritt der zur Anerkennung unserer Tätigkeit als seriöser Beruf und als akademische Disziplin, die eingehende Forschung und fundierte Lehre verdient und fordert. Die im Handbuch versammelten Texte genügen denn auch akademischen Ansprüchen; sie verarbeiten nicht nur die ganz persönlichen Erfahrungen der AutorInnen, sondern auch die bestehende Literatur, wo immer vorhanden, und präsentieren Ergebnisse in gut gegliederten, verständlichen und mit Tabellen und Grafiken angereicherten Texten. Im Bemühen, alles Aspekte abzudecken, hat vielleicht nicht jedes Thema den im gebührenden Umfang erhalten. Die geneigte Leserschaft staunt gelegentlich, wie wenig Information auf so vielen Buchseiten Platz findet, der angenehm lockeren Typografie und der zahlreichen, für die Orientierung hilfreichen Inhaltverzeichnissen wegen. Manche Beiträge wünschte man/frau sich länger, inhaltlich konkreter, voller von Tipps zum praktischen Vorgehen, so etwa die zum Stiftungs- und Grossspenden-Marketing. Andreas Cueni, Fundraising-Berater