Eigenartige, vereinsamte Menschen bevölkern diesen Roman. Auch der ermittelnde Kommissar (Herr Schöne) ist so eine kaputte Figur - die einzige Beziehung die er hat, ist zu einer verheirateten Frau. Obwohl das ganze Sujet düster und beklemmend ist, saugt die Geschichte mich ein. Der Autor treibt mit knochentrockener Erzählweise durch die Geschichte (nach dem Motto: show it, dont tell it)- die Perspektiven wechseln sich ständig ab. Seine Sprache ist klar und schnörkellos, die Polizeiarbeit gnadenlos realistisch dargestellt. Ich persönlich steh auf genau solche Geschichten - teilweise realistisch wie eine Tageszeitung. Wem die "Polizeirufe" besser gefallen als die meisten "Tatorte" (die ja teilweise so durchgeknallt sind, daß man wegschalten möchte) ist mit diesem Roman absolut gut beraten.