Schon wieder ein Buch zum Themenkreis „Islam, Irak und Fundamentalismus" wird sich mancher sagen. Nein, dieses Buch ist mehr. Tariq Ali, ein Pakistani, der in London lebt und lehrt, beginnt bei seiner Jugend im heutigen Pakistan. Seine Eltern waren aufgeklärte Muslims, er lebte die ersten Jahre behütet im englischen Kolonialreich. Diese Idylle wird zerstört durch die blutige Teilung von Indien. Erstmals wird er mit Fanatismus, Fundamentalismus konfrontiert.
Ausgehend von diesem Ereignis beschreibt Tarik Ali den Islam in all seinen weltgeographischen Ausprägungen. Geographisch wie auch geschichtlich. Nicht nur die jetzt brennenden Schlagworte Irak und Palästina werden beleuchtet, Pakistan, Ägypten, Saudi Arabien und Kaschmir sind weitere Stichworte. Äussserst detailliert erfährt der Leser mehr von diesen Welten. Nicht eindimensional wird berichtet, nein, Hintergründe werden ausgeleuchtet, die geschichtlichen Voraussetzungen werden geschildert , mögliche Zukunftsszenarien werden aufgezeigt.
Dabei kommt er immer wieder auf den britischen und den US-Imperialismus zu sprechen. So sei der 11. September eine Folge des unverblümt imperialistischen Gehabe der USA in der arabischen Welt. Les extrems se touchent...
Eine eindrückliche und lehrreiche Lektüre.