Soziologen charakterisieren unsere Zeit zuweilen mit dem Begriff der sogenannten "Spaßgesellschaft" und wenn man sich solchen Gesellschaftsinterpretationen anschließen kann, dann klingt es zumeist auch nachvollziehbar, dass traditionelle Sportarten in diesem nach Fun, Action oder Risiko suchenden Umfeld einen schlechten Stand haben. Aus diesem Grund ist es konsequent, wenn die Sportverbände Mitarbeiter beauftragen, neue Konzepte für die zeitgemäße Inszenierung des traditionellen Sports mit Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Der Deutsche Leichtathletikverband beauftragte den Bundestrainer Winfried Vonstein, der dann gemeinsam mit Dieter Massin ein Konzept aus Großbritannien importierte, mit dem sein Erfinder (George Brunner) dort bereits seit mehr als 20 Jahren Erfolge feiert und Zuspruch findet. Das ganze trägt den passenden Namen "Fun in Athletics" und soll Spannung, neue Übungen und vielseitige Wettkämpfe bringen. Das Konzept baut im wesentlichen auf die These, dass sich Kinder von Wettkämpfen begeistern lassen und die Autoren haben zahlreiche Wettbewerbsideen zusammengetragen, die in der Tat den Eindruck vermitteln, das die leichtathletischen Grundtätigkeiten Laufen, Springen und Werfen, in einem neuen, zeitgemäßen Gewand verpackt, auch wieder bei Kindern auf Begeisterung stoßen. Zu diesem Gewand gehört vor allem der Organisationsrahmen, der den zeitgemäßen Charakter eines "Events" trägt. Es gilt mit neuen Geräten und Aufgaben in einem überschaubaren Zeitrahmen von 1 bis 2 Stunden einen vielseitigen Wettbewerb für alle Altersklassen der Kinderleichtathletik - auch in gemischten Mannschaften - zu realisieren und mit einer Reihe weiterer "Fun- Aktivitäten" zu verbinden. Auf diese Weise können beispielsweise bis zu 150 Kinder einen alternativen Siebenkampf absolvieren, in dem Grundtätigkeiten verschiedener leichtathletischer Disziplinen wiederzuerkennen sind. Ebenfalls zeitgemäß ist das Zusammenfassen zu einer "Tour", die den Event an verschiedene Orte des Landes bringt, was im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen bereits seit mehreren Jahren in eine sogenannte "Westfalen-Fun-Tour" mündet. Die Werbewirkung solcher Touren und Events hängt unmittelbar am Gelingen eines reibungslosen und transparenten organisatorischen Ablaufs. Hierfür werden im vorliegenden Buch nicht nur stimmige Hinweise zur Ergebnisauswertung geliefert, sondern unter anderem auch konkrete Aufbaupläne und Wertungstabellen vorgestellt sowie Tipps für die angemessene Gestaltung von Anzeigetafeln und Siegerehrungen gegeben. Selbstverständlich werden auch die möglichen Inhalte solcher neuen Leichtathletik-Sportfeste für Kinder mit Fotos, Skizzen und Beschreibungen ausführlich vorgestellt. Die Vorbereitung auf diese Wettbewerbe (Training) baut auf die bereits bekannten Konzepte aus dem Umfeld der Kinder- und Spielleichtathletik. Hierzu haben die Autoren auf 25 Seiten einiges zusammengefaßt und mit Skizzen von Michael Medler illustriert.