Dieses INXS-Album ist ein regelrechter Durchfeger. Die Jungs rocken richtig geil und klingen dabei pur und klar, soll heißen, wir haben es hier mit reiner Rockmusik zu tun. Der INXS zeitweilen anhängende musikalische Bombast (theatralische Orchestermusik, Bläserklänge etc.) wird hier fast komplett ausgeklammert und von poppigen Anklängen ist auch keine Spur. Von Anfang bis Ende rocken die Jungs durch, in der Mitte gibt's mit einigen (Rock)Balladen zwar eine kleine Verschnaufpause, doch das tut dem Album keinen Abbruch und der flotte Gesamteindruck leidet auch nicht. Auffallend ist auch, dass die meisten Songs relativ kurz gehalten sind (so um 3 Min.), einfach kurz und knackig, frisch und genial.
Days of rust - Feinster Gitarrenrock und ein geiles Schlagzeug heizen dem Titel ordentlich ein. Der Refrain hat etwas von einer Rockhymne. Der geniale Opener zeigt auch gleich mal wo's hier musikalisch lang geht.
The gift - Polternd und aggressiv durchzieht der Sound den gesamten Titel. Das vordergründige Gitarrenelement klingt besonders geil. Michael Hutchence schreit sich die Melodie teilweise regelrecht aus dem Leib und klingt richtig geil. Leider war's der einzige Hit vom Album, das aber zurecht.
Make your peaces - Relativ simple in der Melodie ist dieser Titel konstruiert. Der Refrain ist ein richtiger Gassenhauer und bereits nach dem ersten Hören kann man ihn problemlos mitsingen. Soundtechnisch wieder beste Rockmusik die sofort mitreißt.
Time - Sehr schnell ist hier der Sound unterwegs und die Gitarren werden von einem grollendem Basselement begleitet. Die Melodie ist einfach genial und klingt richtig geil. Einer der besten Titel des Albums und irgendwie auch unverwechselbar INXS.
I'm only looking - Die Strophen sind gesprochen, im Refrain singt Michael fast ruhig und gelassen. Der rockige Grundsound klingt etwas monoton und schwingt sich nur während des Refrains zur richtig genialen Musik auf.
Please - Ray Charles singt mit und so entsteht ein klassischer Rocksong der auch leichte Blueseinschläge hat, was nicht zuletzt durch die Klavierklänge im Grundsound zu hören ist. Herrliche E-Gitarrenklänge, rauh, dreckig, fast ein wenig Straßenrock.
Ful moon, dirty hearts - Das ist wahrlich eine erstklassike Rockballade, coole Strings ein langgezogener traumhafter Grundsound. Im Zwischenteil ein herrliches Gitarrensolo und ein aus sich rausgehender Michael Hutchence. Bei diesem Traum-Duett ergänzen sich seine und Chrissie Hyndes Stimme perfekt.
Freedom deep - Ziemlich tief und monoton dümpelt der Grundsound vor sich hin. Jeder gesungene Laut wird von Keybordlauten verstärkt. Anfangs extrem ruhig setzt dann doch noch ein cooler Gitarrensound ein und auch Michaels Stimme wird etwas kraftiger. Ausergewöhnliche aber schöne Ballade.
Kill the pain - Diese klassische Ballade beschränkt sich auf Michaels Stimme mit Klavierbegleitung. Dazu gibt's ein paar leichte Gitarrenklänge und im Zwischenteil eine kurzweilige und dezente Soundbelebung. Wunderschön und verträumt.
Cut your roses down - Jetzt ist Schluss mit Kuscheln. Der Titel gibt wieder ordentlich Gas. Im Sound ist ein cooles Bläserelement zu hören, dass immer wieder kehrt. So ganz geht's doch nicht ohne, passt aber perfekt zum rockigen Sound und zur genialen Melodie. Auch schön die zwischenzeitlichen Klaviereinlagen, die an einen Westernsaloon erinnern.
The Messenger - Noch ein cooler Rocksong gegen Ende. Eingängige Melodie und perfekter Gitarrensound. Toll.
Viking Juice - Zum Schluss noch ein regelrechter Durchfeger. Zum schnellen Sound, der durch wenige gezielte Elemente bestimmt wird gibt es eigentlich keine richhtige Melodie, nur gesprochene Laute. Der Refrain wird allenfalls durch gezielte Breaks mittels Schlagzeug angedeutet. Geiler Abschluss.
12 Titel - 40 Minuten, das ist kurz und knackig und verleiht dem Album seine Spritzigkeit. Eigentlich perfekt in dieser Form. Das Artwork geht auch in Ordnung. Alle Songtexte und einige schöne Fotos aus dem Bandalltag sind im Booklet abgedruckt. Allerdings mag ich persönlich die handschriftliche Form der abgedruckten Texte nicht, da diese doch manchmal etwas schwer lesbar sind. Interessant ist übrigens auch die abgedruckte Entstehungsgeschichte des Albums.
Alles in Allem ein mehr als gelungenes Album. Leider nicht so erfolgreich wie seine Vorgänger aber keineswegs schlechter.