Nachdem ex Soil-Frontman Ryan McCombs zu Drowning Pool gewechselt war, waren die Spekulationen groß, ob Drowning Pool damit das Niveau von Soil erreicht.
Dieses Album bezeugt: teils, teils.
Das ganze Album kommt mit einem satten Sound daher, lässt es gerne mal ordentlich scheppern ist in sich aber etwas weniger Heavy als die beiden Drowning Pool Vorgänger-Alben.
Die ersten 3 Songs zeigen gleich, Ryans lang vermisste Stimme, die man durchaus als ein Röhre vor dem Herrn bezeichnen kann, passt sich perfekt den wuchtigen Gitarrenriffs an und bringt die Band in ganz neue Höhen - die Ähnlichkeit mit bisherigen Soil Alben ist erwartungsgemäß nicht zu überhören und bis zum Ende von "Shame" (dem dritten Song) kracht es ordentlich in den Boxen.
Interessant wird es mit Reborn, der als echte Ballade daherkommt. Die Lyrics haben mich zwar zu spontaner Heiterkeit geführt ("This ain't over till it's over, this ain't over roll me over), dafür lässt es der Refrain mehr als ordentlich scheppern.
Der Folgende "Reason I'm Alive" hält sich auch eher etwas zurück und ist durchaus Mainstream tauglich, teilweise mit Ähnlichlkeiten zu Guns 'N Roses "Don't Cry" und mit schmalzigen Elementen.
Soldiers lässt daraufhin wieder nur so die Fetzen fliegen, bei dem man sich schon jetzt aufs kommende moshen freuen darf.
In ähnlichen Bereichen wie der Anfang bewegt sich auch der Rest der CD, ein paar ruhigere Stücke (z.B. "37 Stiches", der eine wunderbare Ballade abgibt) und ein paar echte Kracher wie "Love X2" wechseln sich ab.
Zum Schluss kommt noch das "Rebel Yell" Cover, das nur durch Ryans Rohr von eienr Stimme punktet und vom Stil her etwas deplaziert wirkt.
Insgesamt fehlen mir noch die absolut herausragenden Stücke, bei denen man unter keinen Umständen Still sitzen bleiben kann (Halo, Pride, Breaking Me Down und was man sonst noch so von Soil gewöhnt ist).
Außerdem fällt auf, dass die Lead-Gitarre doch eher durchschnitt ist. Die Soli - soweit vorhanden - sind alle sehr einfach gehalten.
Es sind aber genug gute und sehr gute Stücke dabei, damit das Album einen Kauf mehr als Wert ist, vor allem für Hörer, die gerne auch mal ein paar ruhigere Stücke dabei haben wollen absolut empfehlenswert.
Der größte Pluspunkt ist und bleibt aber der neue Sänger, der aus jedem mittelmäßigen Riff eingängige Songs macht.
Das Album geht sofort ins Ohr und bleibt da auch gerne mal eine ganze Weile. Melodisch, aber trotzdem wuchtig, wenn auf dem nächsten Album dann noch die Songs der Spitzenklasse kommen hat Drowning Pool es endgültig geschafft!