Pressestimmen
Frankfurter Allgemeine, 10. März 2005Sagenhaftesim KleinformatRadfahrer sind Freizeitsportler, die über die durchradelten Gegenden möglichst wenig wissen wollen. Diesen Eindruck zumindest könnte man gewinnen, wenn man sich die drucktechnischen Hilfsmittel anschaut, die die meisten von ihnen in den Satteltaschen haben. Es sind spiralgebundene Sammlungen von Kartenausschnitten, auf deren Rücksseite die wichtigsten Telefonnummern und ein paar dürre Hinweise auf die prominentesten Sehenswürdigkeiten zusammengetragen sind. Da tut es gut, einmal eine Publikation in den Händen zu halten, die den Namen Reiseführer verdient. Weil weiter gehende Informationen in den handelsüblichen Reihen nicht vorgesehen sind, mußte Frank Wittenbrock sein 288-Seiten-Opus im Selbstverlag herausgeben. Das Ergebnis ist aber nicht etwa gut gemeint und halbprofessionell, sondern beispielhaft – und das auch in technisch-praktischer Hinsicht. Maßstäbe setzt schon der achtseitige, mit Glanzcellophan versiegelte Umschlag. Er enthält nicht nur eine Übersicht über den Tourenverlauf und eine VCD-Fahrplankarte für Bahn und Bus, sondern auch Entfernungstabellen für die individuelle Reiseplanung. Im Innern finden sich dann ansprechend geschriebene Wegbeschreibungen mit exakten Kilometerangaben am Seitenrand, brauchbare Detailkarten, ein Serviceteil mit Adressen und Telefonnummern und immerhin hundertzwanzig gute Farbfotos. Zum Gelungensten gehören die Portraits der kulturell interessantesten Städte und die farblich voneinander unterschiedenen Info-Kästen, in denen es nicht nur um die klassischen Sehenswürdigkeiten geht, sondern auch um “Sagenhaftes und Hintergründiges“. Besonders praktisch: Dank der strapazierbaren Fadenheftung kann das kleinformatige Buch aufgeschlagen in der Lenkertasche benutzt werden. Lohnend ist auch der Gegenstand selbst: der kaum bekannte hessisch-thüringische Mittelgebirgsraum rund um die ehemalige deutsch-deutsche Grenze mit seinen intakten Landschaftsbildern und unfassbar schönen Fachwerkstädtchen. Frank Wittenbrock schlägt eine vierhundertzwanzig Kilometer lange Rundreise vor, bei der man von Hannoversch Münden aus der Werra aufwärts folgt, in Vacha auf die aufgelassene Bahntrasse des Ulstertals wechselt, an deren Ende mit kurzem Anstieg die Wasserscheide der Rhön überquert und schließlich an der Fulda abwärts radelt – weitestgehend autostraßenfrei, naturnah und gut markiert. Aufgrund der übersichtlichen Etappeneinteilungen bieten sich aber auch Tages- und Wochenendtouren an, zumal ein großer Teil der Route an stündlich bedienten Bahnstrecken entlangführt – und die Fahrräder kostenlos mitgenommen werden. Bedauerlich ist freilich, daß im Anhang nur ein Teil der ohnehin spärlichen Unterkünfte erwähnt wird, denn gerade am Wochenende hat man Mühe unterzukommen und ist für jede Adresse dankbar. Zum Glück ist in einigen der vielen hübschen Städtchen Thüringens das Verkehrsamt aber auch sonntags besetzt – wovon man im vermeintlich vorbildlichen Westen vielerorts nur träumen kann. G. Fitzthum
Kurzbeschreibung
Der Radwanderführer Fulda - Werra - Rhön beschreibt auf 288 Seiten die Fernradwege entlang der Weser-Quellflüsse und als i-Tüpfelchen drei Verbindungsrouten durch die Rhön. Der Fluss Ulster ebnet dort den Weg für die Kombination der Radwege! Vorteil: Der Auftakt zur Drei-Flüsse-Tour kann individuell gewählt werden - an der Werra, in der Rhön oder an der Fulda, weil diese insgesamt 420 Kilometer lange Strecke zurück zum Ausgangspunkt führt.
Diese Rundtour beschreibt der Autor ab Hann. Münden entlang der Werra flussaufwärts bis zur Mündung der Ulster, dort Richtung Westen durch die Rhön und flussabwärts entlang der Fulda von ihrer Quelle bis zum Weserstein in Hann. Münden. Die Drei-Flüsse-Tour ist in neun Tagen mit Tagesetappen zwischen 40 und 60 Kilometern gut zu radeln. Der Werra-Oberlauf in Thüringen lässt sich dank einer stündlich bedienten Bahnstrecke - mit kostenlosem Fahrrad-Transport - gut in die Drei-Flüsse-Route integrieren. Zwei Tagesetappen verlangen die 117 Kilometer entla ng des Thüringer Waldes von der Ulstermündung bis Eisfeld. Per Bahn geht es von Eisfeld zurück nach Bad Salzungen und ab dort 20 Kilometer per Bus oder Fahrrad nach Vacha oder Philippsthal nahe der Ulstermündung.
Diese Rundtour beschreibt der Autor ab Hann. Münden entlang der Werra flussaufwärts bis zur Mündung der Ulster, dort Richtung Westen durch die Rhön und flussabwärts entlang der Fulda von ihrer Quelle bis zum Weserstein in Hann. Münden. Die Drei-Flüsse-Tour ist in neun Tagen mit Tagesetappen zwischen 40 und 60 Kilometern gut zu radeln. Der Werra-Oberlauf in Thüringen lässt sich dank einer stündlich bedienten Bahnstrecke - mit kostenlosem Fahrrad-Transport - gut in die Drei-Flüsse-Route integrieren. Zwei Tagesetappen verlangen die 117 Kilometer entla ng des Thüringer Waldes von der Ulstermündung bis Eisfeld. Per Bahn geht es von Eisfeld zurück nach Bad Salzungen und ab dort 20 Kilometer per Bus oder Fahrrad nach Vacha oder Philippsthal nahe der Ulstermündung.
Über den Autor
Frank Wittenbrock (40) arbeitet als freier Journalist, Fotograf und Layouter. Der gebürtige Ostwestfale lebt seit 1997 in München. Wittenbrocks erster Radwanderführer – »Die schönsten Radtouren rund um die Bayerischen Seen« – erschien im Frühjahr 2003 im Bielefelder Verlag.