Der Mensch wird bequemer mit zunehmenden Alter. Die Sehkraft lässt nach. Damit steigt die Fehlsichtigkeit, was für die manuelle Scharfstellung bei großen Brennweiten fehlerbehaftet wird. Nach 40 Jahren analoger Fotografie im Kleinbild- und Mittelformat nun der Umstieg auf eine digitale Kamera. Zunächst habe ich an einem einfachen Exemplar geübt. Dann wurde lange überlegt, was es für ein Typ werden sollte. Die Entscheidung fiel auf die Fuji FinePix S 1500. Ein attraktiver Preis und die Möglichkeit nicht nur über den TFT-Bildschirm, sondern auch über den Sucher das Motiv zu wählen, begründeten die Entscheidung. Ich habe in den Anfangsjahren meines Fotografenlebens mit der 9x12 Plattenkamera gearbeitet, incl. dem Lichtschutztuch. Das wünscht man sich manchmal bei den TFT-Displays. Doch bei der Fuji FinePix S 1500 ist es sehr hell und der Schnee bei sonnigem Wetter ließ trotzdem ein Arbeiten zu. Dennoch arbeite ich viel mit dem Sucher. Die Kamera liegt fest in der Hand und gestattet auch längere Belichtungszeiten ohne zu verwackeln. Sehr angenehm dabei der große Umfang der Zoomfunktion des Objektivs. Bildausschnitte lassen sich so perfekt wählen. Die Handhabung der Kamera lässt nichts zu wünschen übrig.
Dagegen ist unbedingt das Studium der Gebrauchsanleitung zu empfehlen. So verführerisch die automatische Belichtungs- bzw. Blendeneinstellung ist, bei großen Helligkeitsunterschieden wird das Bild sehr eigenwillig von der Automatik gesteuert. Das macht sich gerade im Gegenlicht bemerkbar. Wer also bewusst eine bestimmte Einstellung der Lichtverhältnisse abseits der Automatik wünscht, muss sich durch das Menu arbeiten um von Hand die gewünschten Einstellungen vorzunehmen. Dafür lohnt es sich, die Zeit zu nehmen und mit Kamera in der einen und der Gebrauchsanleitung in der anderen Hand zu experimentieren. Dann sitzen die Handgriffe im Ernstfall und das Bild ist schnell im "Kasten". Sehr nützlich ist dabei die Möglichkeit vor dem endgültigen "Abdrücken" am Auslöser das zukünftige Bild anzuschauen. Diese zweifache Druckpunkteinstellung ist sehr wichtig. Was mir persönlich fehlt, da merkt man den "alten" Hasen, ist der Drahtauslöser für Langzeitaufnahmen. Aber man kann sich mit dem Selbstauslöser behelfen und bekommt auch so erschütterungsfreie Stativaufnahmen.
Ebenfalls recht erschütterungsfrei, im Vergleich zur Videokamera, wo ich mich einmal vor 20 Jahren daran versuchte, war der aus freier Hand gedrehte Videoclip zur Verfolgung einer Sylvesterrakete. Nun darf man keine hohen Anforderungen an die Bildqualität solcher Filmchen stellen, die grellen Farben der zerplatzenden Rakete übersteuerten völlig den CCD-Sensor, was auch bei den Lichtverhältnissen kein Wunder ist. Unter normalem Licht jedoch lassen sich kurze Szenen gut dokumentieren, selbst wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind.
Die Lebensdauer der Batterien erschien nicht allzu lang. Doch bedarf das noch längerer Untersuchungen, ebenso wurde noch nicht der Einsatz von Akkus getestet. Auch konnte bisher noch nicht die Bildqualität ausreichend auf Photopapier getestet werden, weil in der kurzen Erprobungszeit nur der heimische Drucker zur Verfügung stand. Der jedoch zeigte eine sehr gute Bildqualität und Verzerrungen durch die Optik waren nicht zu beobachten. Das sagt aber noch nicht so viel aus. Die Übertragung der Bilder erfolgt ohne Probleme via USB-Port. Bei der Weiterverarbeitung ließen sich mittels dem Programm "Gimp 2.6x" eine Fülle von Variationen erstellen, wie sie bei der Dunkelkammertechnik nur schwer, oder fast gar nicht zu erreichen sind. Bei extremen Helligkeitsunterschieden, oder dem Bearbeiten von "unterbelichteten" Aufnahmen zeigt sich bei hohen Vergößerungen eine gewisse "Körnigkeit", aber in hellen Bereichen noch weitgehende Farbtreue. Dasselbe Motiv mit der Automatik lässt die dunkleren Konturen deutlich heller zutage treten, aber die hellen Bereiche werden stark überstrahlt. Eine "Körnigkeit" ist dabei nicht zu beobachten.
Deshalb sei in jedem Falle empfohlen mehrere Fotos von demselben Motiv zu "schießen" mit unterschiedlichen Einstellungen. Es lohnt sich durchaus auf die Automatik, oder die "Motivklingel" zu verzichten.
Weil nun diese Kamera auf dem Weihnachtstisch lag, kann im Moment nur ein erster Eindruck wieder gegeben werden. Diese Kamera ist jedem Fotoliebhaber zu empfehlen, der nicht nur familiäre Ereignisse im Bild festhalten möchte, sondern auch seine Freude an Landschaftsfotografie haben will. Die Handlichkeit und das Gewicht bietet sich geradezu an, diese Kamera stets mitzunehmen. Der alte Kamerarucksack mit Platz für Kameragehäuse, zwei Teleobjektiven und einem Weitwinkelobjektiv darf nun in der Abstellkammer ausruhen.