Zur Auswahl hatten gestanden: Canon Powershot SX260, Sony HX20, Panasonic DMC TZ31 und eben Fujifilm F770 EXR. Die Canon war gut dokumentiert im Netz und fiel für mich relativ schnell aus, da sie im dunkeln nicht überzeugte und ich suchte eine Konzertkamera. Die Sony fiel aus, weil ich eine Sony habe und mit der Bedienung unzufrieden bin, was Serienbilder betrifft und bei der aktuellen haben sie das nicht verändert. Die Panasonic hat zwar eine gute Bedienungsführung und viel mehr Features, aber die Bildqualität der Fuji ist um einiges besser. Fangen wir an mit der Positivliste:
Bei viel Licht macht diese Kamera bemerkenswert scharfe Bilder, selbst bei vollem Zoom, auch aus der Hand: problemlos! Das hat fast DSLR-Qualität! Wird das Licht schwächer, kann man bis gut ISO800 runtergehen, die Bilder sind dann immer noch brauchbar und noch gestochen scharf, wenn man sie auf gut 10-12 Megapixel runterskaliert. Selbst ISO1600-Bilder können noch mit gut 3 Megapixel relativ fehlerfrei betrachtet werden! Das ist für so eine kleine Kamera eine beachtliche Leistung! Es gibt verschiedene Bildstabilisator-Modi, wobei ich noch nicht rausbekommen habe, welcher der Modi für mich persönlich am besten ist, schließlich suche ich nach einer Konzertkamera, die auch bei wenig Licht und ohne Stativ gute Bilder macht. Auch bei Video (ist FullHD, aber nur 30p) merkt man gut, daß die Lichtausbeute für so einen kleinen Sensor sehr gut ist. Der Video-Vergleich mit der Panasonic war extrem: die Fuji konnte bei gleichen Einstellungen alles scharf stellen und hatte bedeutend lichtstärkere Videos gemacht, während die Panasonic am Pumpen war und kaum je einen scharfen Fokus fand. Erwähnen sollte man noch die EXR-Modi der Fuji. Hier hat man eine Art "verbesserte Automatik", mit der man entscheiden kann, was man will: perfekte hohe Auflösung oder rauschfreiere oder kontrastvollere Bilder (in beiden letzteren Fällen dann auch nur mit knapp 8 Megapixel Auflösung). Die Kamera kann auch ISO3200 und ISO6400, macht aber nicht so viel Sinn, weil auch hier nur noch kleinere Bilder aufgenommen werden können, vom Gebrösel mal ganz abgesehen.
Negativ fiel dieses auf:
Bei Serienbildern ist sie nicht die schnellste. Sie schreibt scheinbar erstmal alle Daten ins RAM und von dort werden sie dann auf die Karte geschrieben. Das bedeutet, daß sie nach gut 11-12 Bildern in einer schnellen Reihe plötzlich nur noch alle 2s ein Bild schafft. Außerdem ist die Karte dann immer noch nicht fertig (SanDisk Class 10!), weil scheinbar das Schreiben vom RAM zur Karte zu spät angefangen wird. Ich nehme mal an, daß man hier nicht den bestoptimierten Prozessor einsetzt. Dann der Digitalzoom: auch dieser wäre eigentlich einsetzbar, selbst wenn ich Bilder im Rechner hochrechne, kriege ich nicht so gute Bilder raus, wie das was heutige Kameras aus ihrem Digitalzoom herbeirechnen. Haken: man kann ihn nur im Nicht-Serienbild-Modus einsetzen. Geht's noch? Der Digitalzoom fängt hinter dem Ende des Teles an, da wackelt meine Hand sowieso schon wie doof. Und dann soll man mit einem Shot was Sinnvolles auf den Sensor bekommen? No way! So ein Digitalzoom ist also unbrauchbar, der macht nur Sinn bei Serienbildern. Insgesamt hat die Kamera weniger Features als z.B. die Panasonic, das ist mir persönlich aber auch nicht so wichtig.
Fazit: ganz weit vorn steht für mich die Bildqualität. Und was soll ich sagen: bei 500mm Zoom (KB-Äquivalent) mit so einer kleinen Knipse derart gute Bilder, auch bei wenig Licht, zu machen, das überzeugt total! Diese Kamera gebe ich nicht wieder her!