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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Lass meine Seele vor der Ernte reifen!",
Von Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Fuhrmann des Todes / Der Todeskuss [2 DVDs] (DVD)
ENDLICH!Nach und nach schließen sich die Lücken (auch im deutschsprachigen Raum) in Bezug auf Jahrhundertfilme. Ohne Zweifel ist "Der Fuhrmann des Todes" einer dieser Jahrhundertfilme. Victor Sjöström, der hierbei gleichermaßen Regie geführt sowie die Hauptrolle bekleidet hat, sollte 36 Jahre später - als alter Herr - in einem weiteren Jahrhundertklassiker mitspielen: Und zwar in keinem geringeren als Bergmans Meisterwerk "Wilde Erdbeeren", wo er einen eigensinnigen aber am Ende (natürlich) geläuterten Mann spielt, der sich im Herbst seines Lebens noch mit dem Schicksal (und dem Leben an sich) aussöhnt. Bergman mag sich "Der Fuhrmann des Todes" wohl genau zu Gemüte geführt haben, ehe er an Herrn Sjöström herangetreten ist, um ihm die Hauptrolle in seinem Film anzubieten. Es finden sich nämlich unverkennbare Parallelen in den beiden Streifen. Sjöström (eben gute 35 Jahre jünger) spielt den verbitterten Trinker David Holm, der - ausgerechnet in der Sylvesternacht - bei Handgreiflichkeiten tödlich verletzt wird. Holm weiß, was es bedeutet, der letzte Tote des alten Jahres zu sein - für ein Jahr lang muss er den Dienst als Fuhrmann des Todes übernehmen. Doch bevor es soweit ist, holt ihn der noch im Dienst stehende Fuhrmann ab (übrigens ein alter Freund von Holm), der ihm ins Gewissen redet - an dieser Stelle bekommen wir wichtige Passagen aus Holms Leben zu sehen -, um ihn zu läutern. So widerwillig und verständnislos Holm zunächst ist, so verzweifelt und hingebungsvoll betet er am Ende zu Gott, als er sieht welches Unheil für seine Mitmenschen er mit seiner gedankenlosen, rachsüchtigen Lebensweise (bis in die Zeit nach seinem Tod) gestiftet hat. Natürlich geht am Ende alles gut aus. Holm erwacht am vermeintlichen Todesort und nimmt von nun an sein Leben entschlossener als je zuvor in die Hand. Letztlich war alles (vermutlich) nur ein Traum... Wer Klassiker wie "Ist das Leben nicht schön?" (1947) oder eben "Wilde Erdbeeren" oder auch die "Weihnachtsgeschichte" (die ja schon zigmal verfilmt wurde) gesehen hat, wird erkennen, dass es bei "Der Fuhrmann des Todes" im Prinzip aufs selbe hinausläuft. Jedoch ist dieser Streifen aus filmischer Sicht natürlich bahnbrechend! Auch die direkte Verbindung zum Tod, der mit den Worten "Lass meine Seele vor der Ernte reifen!" eine Sylvesterbotschaft an David Holm weitergibt, die als Metapher für die Endstation beim Sensenmann seinesgleichen sucht, ist sozusagen eine schmackhafte Zutat, die dem Hauptgericht (also dem Gesamtkonzept "Der Fuhrmann des Todes") eine köstliche Würze verleiht!! Natürlich handelt es sich bei diesem Streifen um einen Stummfilm (was bei einem 21er-Jahrgang aber logisch ist). Übrigens: Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf "Der Fuhrmann des Todes" und nicht auf "Der Todeskuss", da ich den erstgenannten Film kürzlich auf arte gesehen habe... Werde mir die DVD aber mit 100%iger Wahrscheinlichkeit auch zulegen!! Ein Must-Have für jeden Filmkenner! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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